Wie kann man KI-Musik erkennen?

Kann man KI-Songs wirklich erkennen? Laut IPSOS-Studie schaffen das 97 % der Hörer:innen nicht. Doch was ist die Lösung?

In einer Welt, in der Manuelsen mit einem KI-Artist einen Song herausbringt und LoFi-Chillout-Musik beim Lernen gehört wird, ist Künstliche Intelligenz im Überfluss vorhanden. Doch während manche das offensichtliche Problem KI-generierter Musik nicht wahrhaben wollen, haben viele keine Lust auf KI-generierte Songs in ihren Playlists. Doch wie kann man selber KI erkennen?

Das Problem

Man könnte denken: Pff, ist mir doch egal, ob das KI ist, Hauptsache es klingt gut. Doch neben der moralischen Frage, ob eine KI Kunst erstellen kann, gibt es ein viel realeres Problem. Es geht um den Streaminggeldtopf. Denn wer von Musik leben will, sollte sich nicht auf die Spotify-Auszahlung verlassen. Für rund 0,003 Cent pro Stream ist es schon eine erhebliche Leistung, sich die 8er-WG in Kreuzberg leisten zu können. Was jedoch noch drastischere Auswirkungen auf die Auszahlungen der Künstler:innen hat, ist die schiere Masse an KI-Songs, die täglich auf Streaming-Plattformen hochgeladen wird. Laut Deezer sind es mittlerweile mehr als 75.000 vollständig KI-generierte Titel täglich, was rund 44 Prozent aller Uploads entspricht. Diese verwässern das Angebot und sorgen dafür, dass die Songs realer Künstler:innen faktisch weniger wert sind. Ein Kreislauf, der dazu führt, dass immer weniger Künstler:innen Kunst machen können, ohne aufgrund finanzieller Abhängigkeit auf Trends zu achten.

Doch wie kann man erkennen, ob der Song, den man gerade hört, auch auf einem Live-Konzert genossen werden kann? Die Kurzfassung ist: gar nicht. Denn eine von Deezer beauftragte IPSOS-Studie zeigt: 97 Prozent der Musikhörenden können nicht unterscheiden, ob ein Musikstück KI-generiert oder menschlichen Ursprungs ist. Es gibt also mittlerweile keine verlässlichen Merkmale im Song, die ein ungeschultes Gehör erkennt. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, wie sich verhindern lässt, dass KI-Musik in die eigenen Playlists gespült wird.

KI-Erkennungssoftwares

Ganz nach dem Motto „bekämpfe Feuer mit Feuer“ gibt es mehrere Firmen, die KIs entwickeln, welche versprechen, reale Songs von künstlicher Intelligenz unterscheiden zu können. Deezer veröffentlichte hierzu eine Software, die die eigene Bibliothek scannt und mit angeblich 99,8 Prozent Genauigkeit erkennt, wie viele der eigenen Tracks KI-generiert sind. Schade nur, dass lediglich die Prozentzahl ohne Verweis auf die Übeltäter angezeigt wird – womöglich auch, um keine Rechtsstreitigkeiten zu riskieren. Belegt ist dies aber nicht.

Die Plattformwahl

Eine weitere Möglichkeit bietet die Wahl der Plattform, auf der man seine Lieblingssongs in Playlist Nr. 104 einsortiert. Während Plattformen wie Deezer oder auch Bandcamp laut SRF strenge KI-Richtlinien mit integrierten Erkennungssoftwares besitzen, kennzeichnen Plattformen wie Spotify und Apple Music nicht, wenn ein Song mit KI produziert wurde.

Oder man kramt die Plattenkiste der Eltern hervor und staubt den Plattenspieler ab – das ist die einzige hundertprozentige Option, um KI-Musik zu vermeiden. Ansonsten einfach live auf die Konzerte gehen und die Artists kneifen, um wirklich sicher zu gehen – man weiß ja nie.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.