Robert Palmer – Audimax, Hamburg

Robert Palmer hat, obwohl er wie der Prototyp eines Friseurs aussieht, viele Gesichter. Sein neustes, das elektronisch angehauchte, ist mir am unsympathischsten. Daher hatte ich auch die Befürchtung, daß er sein teilweise sehr gutes älteres Songmaterial elektronisch verwässert. Doch es sollte anders kommen: zu meiner freudigen Überraschung nahmen die neuen Stücke nur einen kleinen Teil des Programms ein und die Synthesizer standen nicht zu oft im Vordergrund. Die alten Songs wurden sehr rockig und sehr kompetent gebracht. Sehr gut wirkte auch die Vielfalt der Musik. Mal war der Robert Palmer aus der Little Feat-beeinflußten Zeit zu sehen, was mir mit am besten gefiel, mal brachte er überzeugende Pop-Reggae-Nummern und mal war er auf dem elektronischen Gary Numan-Trip. Von den neuen Songs konnte der Titelsong der LP CLUES noch am ehesten gefallen. Der Hit „John And Mary“ wurde zwar vom Publikum, das den ganzen Abend über sehr gut gelaunt war, frenetisch gefeiert, löste bei mir aber nichts aus. Die Höhepunkte des – trotz Vorgruppe (Rambiers) – langen aber fast nie langweiligen Konzerts, waren die beiden Fremdstükke „Bad Case Of Lovin‘ You“ (Moon Martin) und „Pressure Drop“ (Fred Hibbert-besser als Toots bekannt).

Alles in allem ein gutes Konzert, bei dem auch der Sound stimmte, und das besonders durch die gute Stimmung in Band und Publikum zum Erlebnis wurde.

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