Wo die grünen Ameisen träumen

Der deutsche Regisseur Werner Herzog hat schon immer das Extreme geliebt. Für seinen jüngsten Film hat er sich in die Einöde der australischen Wüste und die Welt der Aborigines, der australischen Ureinwohner, begeben. Ein verlorener Flecken irgendwo. Zwei uralte Stämme, die Worora und die Riratjingu, bewahren hier ihre Legenden, ihre Lieder und ihre Gesetze der Schöpfung. Es ist ein verzweifelter Kampf um ihre Kultur und ihre Mythen, die aus 40000 Jahren Leben in der Wüste resultieren. Sie geraten in Konflikt mit den modernen Gesetzen Australiens und mit den Interessen einer Bergwerksgesellschaft, die genau an diesem, den Eingeborenen wichtigem Ort Uran abbauen will – an jener Stätte, wo für die Aborigines „die grünen Ameisen träumen“. So kommt es zu einem Aufstand aus der Welt der Träume gegen eine ungeduldige Zivilisation. „Eine Zivilisation“, sagt Werner Herzog, „die alles will und die nichts begriffen hat.“

Die Eingeborenen glauben fest daran, daß, sind erst einmal die Ameisen vertrieben, auch die Träume vertrieben sind. Und ohne Träume kann der Mensch nicht leben. Je länger man Herzogs Bilder und die (wahre) Geschichte vom Kampf der Eingeborenen um den Traumplatz der Ameisen verfolgt, um so mehr verwandeln sich beide in ein Gleichnis über unseren selbstmörderischen Umgang mit der Natur, unserer Umwelt.

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