Chris Isaak – New York, The Bottom Line

Kurz vor dem Auftritt hub’ich meinen Jungs gesagt: Jungs, reißt euch zusammen, das hier ist ew York!'“Vnd er lächelt dazu.

Chris Isaak hat gut lachen, denn ebenso wie sein Debüt-Alhum Silvertone heimste auch sein zweites Werk Chris Isaak ungeteiltes Kritiker-Lob ein. Was jetzt noch fehlt, ist der große kommerzielle Knall, doch der Breitenerfolg scheint Isaak wenig zu kümmern. Die würzige Rock ’n‘ Roll-Mixtur. die sie nicht ohne Augenzwinkern mit lässiger Hand anrühren, ist so grenzen- und sorglos neben allen Trends, daß man in dieser konsequenten Selbstbescheidung fast schon wieder die Hipness von morgen vermuten kann.

Aber es brodelt unter der stilistisch glatten Oberfläche. James Calvin Willsey. Isaaks Leadgitarrist. ist das reinste Rumpelstilzchen an vertrickster Soundspielerei, die zwischen düsterer, halliger Rockabilly-Gitarre und melodienseligem Country-Schmalz unbekümmert mit Farben jongliert. Kenney Dale Johnsons Schlagzeug pumpt pure Kraft ins Geschehen, während Rowland Salleys Baß ein paßgenaues Rhythmus-Rückgrat liefen. Dazwischen steht Chris Isaak wie der Gang-Boß, ohne besondere Gesten, voller natürlich‘ Autorität. Chris Isaak ist ein kompromißloser Musiker, der den klassischen Rock ’n‘ Roll und Rockabilly nicht zum Versteckspic! benutzt. Sei nen Stil, der sich ehrlich zu Vorbildern bekennt, hat er längst gefunden. Und diese Entdeckung präsentiert er mit einem Understatement, über das man nur den Kopf schütteln kann. Ein cleverer Bursche, aber einer mit Herz.

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