Wolfgang Niedecken

Auf der Autobahn, nachts um … Während sich seine Kölschen Kumpels den Schlaf der Gerechten gönnten, mußte der SAP-Sänger nochmals ran. Eine Doppelbelastung, die er gewissenhaft und nach strikt „subjektiven“ Kriterien meisterte. Yello: „Perfekt gemachte Yuppie-Aufzugsmusik. Die Animateure sämtlicher Clubs Mediterranees werden ihre helle Freude daran haben.“ (2) Waterboys: „Ich fahre vor allem auf den Derwisch an der Geige ab. Was die Kompositionen betrifft: Siehe R.E.M.“(4) Chaka Khan: „Ok, singt geil, das Mädel, insgesamt aber nur Konfektionsware.“ (3) Travelling Wilburys: „Frisch und beherzt vorgetragen. Ziemlich folkloristisch.“ (4) Bängtes: „Da klingen die Gitarren teilweise fröhlich, teilweise recht heavy. Der Chorgesang ist begnadet. Abwechslungsreich.“ (5) Chalk Circle: „Wer sagt’s denn? Handarbeit und Sequenzer müssen sich nicht ausschließen.“ (5) Robbie Nevil: „Kann dieses ständige Gejauchze in Verbindung mit Drum-Computer immer noch nicht ab. Schade, denn die Songs hätten das Blendwerk nicht nötig.“ (4) Cameo: „Müssen die denn alle gleich klingen? Da waren doch sicher gute Leute am Gerät, trotzdem klingt’s geklont.“ (2) Los Lobos: „Würde ich gern besser finden, will mir aber ohne Live-Atmosphäre nicht gelingen.“ (3) R.E.M.: „Kompositorisch fast eine Frechheit, gefällt mir aber gerade deswegen. Haben bestimmt wieder reichlich Byrds und Doors gehört.“ (5) Sandte Shaw: „Zeitlos gut. Wußte garnicht, daß die Engländerin noch im Rennen ist.“ (4) Wilko Johnson: „Wohl eher was für Puristen, massenhaft 12-Bar-Songs. Sehr ehrenhaft, muß ich trotzdem nicht haben.“ (3) 6: Phänomenal; 5: sehr gut; 4: gut; 3: nicht übel; 2: lau; 1 : mies. Der Durchschnitt ergibt sich wie folgt: Die Punkte werden addiert und durch die Anzahl der Kritiker geteilt. Bei gleicher Punktzahl entscheiden die höchsten Einzelwertungen über die Plazierung.

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