Abyss – Der Abgrund

Zumindest dafür sind Atom-Ruinen gut: Die Kühlwasserbehälter eines stillgelegten Brüters diente als Drehort für einen ungewöhnlichen Film

Am längsten blieb der Regisseur unten. James Cameron gönnte seinen beiden Darstellern Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio nach drei Stunden in 15 Meter Wassertiefe immerhin eine kleine Verschnaufpause. Cameron selbst aber wollte keine Zeit für langwierige Dekompression und erneutes Abtauchen verlieren. Er verbrachte auch die Pausen knapp unter der Wasseroberfläche, wo er durch eine Glasscheibe einen guten Blick auf die Leinwand hatte, auf der die kopierten Filmmeter des vorhergehenden Tages abgespult wurden.

Cameron hatte nach seinen beiden Kassenknüllern „Terminator“ und „Aliens 2“ einen Schuß frei. Es sollte die Story einer Tiefsee-Forschungsstation werden, deren Besatzung einem U-Boot zu Hilfe kommt und dabei einer rätselhaften Kraft begegnet. „Abyss“ wurde mit geschätzten 60 Millionen Dollar Produktionskosten einer der teuersten Filme des Jahres. Und er fällt aus dem Rahmen mit dem wohl ungewöhnlichsten Drehort: In der Bauruine eines Atomkraftwerks im amerikanischen South Carolina. In zwei überdimensionalen Tanks, die 30 bzw. 11 Millionen Liter Wasser fassen, entstanden immerhin 40 Prozent des Films.

Hinterher hatte 20th Century Fox einen spannenden Film und ein ausgewachsenes Problem. Die Hauptdarsteller waren sauer auf den Schinder Cameron und zu keinerlei Promotion bereit. Cameron und Produzentin Gale Anne Hurd, seit „Terminator“ auch privat ein Paar, trennten sich während „Abyss“.

Jetzt reisen die beiden durch die Welt und machen Werbung für ihren Film – aber so, daß sie sich möglichst nicht begegnen.

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