Fleischmann führen den Begriff „“Tabu“ nicht im Wortschatz

Dem Ostberliner Trio Fleischmann geht es seit der Gründung 1989 um das Kratzen an Tabus, um die hemmungslose Selbstdarstellung bzw. -entblößung. Speziell auf ‚Hunger‘, dem neuen, vierten Album des Dreiers, wird das Prinzip des gnadenlosen Bekennertums zu jeglicher Form von Obsession auf die Spitze getrieben – bewußt vieldeutige Musik für eine Zeit der großen Mißverständnisse, der Unmoral in unmoralischer Umgebung. Fleischmann-Sound ist wie ein Grantiblock: massiv, wuchtig, unumstößlich. Doch während die Vorgängerplatten noch ein wenig unbeholfen mit dem Prinzip „Provokation um der Provokation willen“ kokettierten, provoziert ‚Hunger‘ wirklich, gerade weil sich die aktuellen Texte um zutiefst Persönliches drehen.

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