Stock, Aitken, Waterman: Ihr Bubblegum-Pop verklebte die Charts

Rick Astley war Junge für alles im Studio von Mike Stock, Matt Aitken und Pete Waterman – dem erfolgreichsten britischen Songschreiber- und Produzententeam der 80er. Bis zu dem Tag, an dem die drei Herren auf die glorreiche Idee kamen, für den talentierten Kaffeekocher einen Song zu basteln. Der hieß „Never Gonna Give You Up“, wurde weltweit ein Hit und demonstrierte, wie das Prinzip SAW funktionierte: Man mußte nicht singen können, um in die Charts zu kommen. Hauptsache, das Image stimmte. Astley, damals schon über 20, gab jahrelang den scheuen Teenie mit Pubertäts-Appeal und bekam noch eine ganze Palette Hits auf den schmächtigen Leib geschrieben. Ein Hit war auch Samantha Fox, deren Qualitäten sich vor allem in Zentimetern messen ließen. 92-59-84 lauteten die offiziellen Zahlen. Auch wenn ihre Stimme nicht annähernd das Volumen des Brustumfangs hatte – mit der Aufforderung „Touch Me (I Want Your Body)“ durfte das Mädchen von Seite 3 sich in die Charts piepsen. Mel & Kim, Kylie Minogue, Jason Donovan – sie alle landeten mit netten Liedchen da, wo SAW sie haben wollten: in den Hitparden dieser Welt. Mit dem daraus erwachsenen Geldpolster konnten SAW Anfang der 90er endlich das tun, worauf viele schon lange gewartet hatten: sich trennen.

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