Bums statt Beat

.Das Begräbnis ist erster Klasse: Am Silvesterlabend 196g gastiert noch einmal die „kleinste Bigband der Welt“. Hardin & York geben dem wohl berühmtesten Rockclub des Kontinents das letzte Geleit. Zu hören ist an diesem Abend auch ein 25-minütiges Medley von Songs der Beatles, die hier acht Jahre zuvor ihren weltweiten Siegeszug antraten. Seitdem rockte im Star Club fast alles, was in der Popszene Rang und Namen hatte, von Jimi Hendrix bis Jerry Lee Lewis, von Ray Charles bis Cream. Am 13. April 1962 hatte der Reeperbahn-Gastronom Manfred Weißleder im Haus Große Freiheit 39 den Club eröffnet. Das Motto: „Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei!“ Neben Gastspielen britischer Bands entwickelte sich der Club schnell auch zum Forum für einheimische Musiker. So eroberten sich hier die Rattles, die Lords und die German Bonds ihr Publikum. Umtriebige Pioniere wie der junge Siggi Loch, später Europachef des WEA-Plattenkonzerns, produzierten Live-Dokumente,dieauf dem hauseigenen Label veröffentlicht wurden, und ein „Star Club“-Magazin zirkulierte in der Szene. Kurz: Hier schlug das Herz des deutschen Beats. Gegen Ende der 60er Jahre jedoch, mit dem Ende des Beat-Booms, blieb das Publikum immer häufiger aus. Im Februar’69 übernahmen die Rattles Achim Reichel (Foto I.) und Frank Dostal (r.) den Laden-trotz hochkarätiger Gäste (Yes, Colosseum, Vanilla Fudge) mussten sie jedoch zum Jahresende aufgeben. Wenig später eröffnete in den umgebauten Räumlichkeiten das Sextheater „Salambo“.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.