R.E.M. – Reveal

Typische Folkrock-Leichtigkeit, angereichert mit dezenten elektronischen Elementen, bestimmt das jüngste Werk von Michael Stipe und Band.

R.E.M. haben nach einer 20-jährigen Karriere, die ihnen einerseits die Chartnotierungen einer Mainstream-Band eingebracht und andererseits die Glaubwürdigkeit einer Indie-Band erhalten hat, den Status der Unantastbarkeit erreicht. Man kann sie lieben oder hassen, aber man kann sie nicht ignorieren. Zumal Michael Stipe, Peter Bück und Mike Mills es nicht schaffen, eine schlechte Platte zu machen. Reveal, das erste Album der Gruppe aus Athens, Georgia, seit der ’98er Veröffentlichung Up und das zweite der Band als Trio nach dem Weggang von Schlagzeuger Bill Berry, ist wieder eine typische R.E.M.-Platte geworden. Ein Album bei dem die Unterschiede, wie so oft, im Detail liegen, in kleinen atmosphärischen/elektronischen Zutaten, die dem Sound der Band, dessen Wurzeln nach wie vor unüberhörbar im Folkrock der Byrds liegen, beigemengt sind. Reveal offenbart mehrheitlich liebevolle folkige Balladen („Chorus And The Ring“, „I’ll Take The Rain“), bei denen twangende Gitarren, Mellotrone, Drumcomputer, Vocoderstimmen und filigrane elektronische Zutaten feine Akzente setzen, ohne dabei die Überhand zu gewinnen. „Disappear“ beginnt zunächst als simple Akustikballade, um dann in einen wahren Arrangierrausch überzugehen, zur Freude der Musikwissenschaftler unter den Hörern. „Summer Turns To High“ und „Beachball“ könnten einer Zusammenarbeit von Brian Wilson und Van Dyke Parks entsprungen sein. Und dass sich Stipe und Co. manchmal auch selbst zitieren – „Imitation Of Life“ ist ein Zwitter aus „Losing My Religion“ und „Shiny Happy People“ sei ihnen verziehen. Denn andere Bands machen das viel öfter und viel schlechter.

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