Kanak Planet: Rechts, zwo, drei, vier?

„Eine rechte HipHop-Szene gibt es in Deutschland nicht – noch nicht“, befindet Murat Güngör, zusammen mit Hannes Loh Autor des bemerkenswerten Buches „Fear Of Kanak Planet – HipHop zwischen Weltkultur und Nazi-Rap“ (Hannibal Verlag). Aber Güngör sieht die Zeichen an der Wand: „Es gibt inzwischen erste Statements aus der Szene, die mit Begriffen aus dem rechten Umfeld spielen, provozieren wollen und damit den Nährboden für Nazi-Rap bereiten.“ Durch zunehmende Kommerzialisierung und marktgerechte Kategorisierung des Genres (z. B. in „Deutsch-Rap“] sieht Güngbr Türken, Afrodeutsche, Jugoslawen, Griechen etc. regelrecht ausgegrenzt. Sein eigenes Album („Looptown presents Turkish HipHop“, 1994) geriet im Handel folglich statt ins HipHop- ins Weltmusik-Regal. Die Autoren mahnen die anscheinend verloren gegangene Kommunikationskultur innnerhalb der Szene an: „Wir wollen durch eine kontroverse Debatte wieder Brücken über alle Schichten schlagen, so wie es die ursprüngliche Idee des HipHop in Deutschland war.“ Eine ausgedehnte Lesereise durch die Republik soll da helfen.

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