Patrice: Positive Vibration

Nein, mit dem triefigen Soul der Rödelheimer Süßholzraspler hat Patrice nichts zu tun. Genauso wenig mit den korrekten afrodeutschen Hip-Hoppern. Patrice, dessen Vater als Kulturattache Sierra Leones nach Deutschland kam, ist ein vom Soul inspirierter Song writer, und auch in der von Reggae und Dancehall beeinflussten HipHop-Szene der Hansestadt bleibt der 22-jährige Hamburger ein smarter Außenseiter. Wie Ferris MC, Fünf Sterne Deluxe oder Eins Zwo ist er zwar bei Yo-Mama unter Vertrag, doch weder rappt Patrice, noch tut er dies deutsch. Stattdessen durchziehen sonnige Vibes die großteils in Jamaica aufgenommene Platte. Songs also, in denen man es sich wie in einer musikalischen Hängematte bequem machen soll? Patrice schiebt eine Locke seines Afro zurück unter die Strickmütze: „Nein. Die positive Energie meiner Songs kommt daher, alles in größerem Zusammenhang zu betrachten. Weltpolitisch sieht’s doch sehr düster aus, aber manchmal muss eine fuckin‘ Welt eben untergehen, bevor etwas Neues entsteht, das pur und rein ist. Ob Rom oder Ägypten – alle großen Reiche sind gefallen. Der Kapitalismus wird auch fallen.“

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