31 Viel Floyd, viel Ehr: Die Konzerte von Roger Waters waren ein Erlebnis.

Pünktlich um acht Uhr hatte zu erscheinen, wer sich die Konzerte von Roger Waters nicht entgehen lassen wollte. Wie bei einem Geschäftstermin. Und ein Geschäftstermin ist es in der Tat, wenn sich Pink Floyd Heavy Industries die Ehre geben. David Gilmour, der mit seiner Rumpftruppe zuletzt Anfang der Neunzigerjahre alle Tour-Rekorde brach, hat keine Lust mehr:

„Ich bin zufrieden und schrecklich faul, bitte lasst mich in Ruhe.“ Dann kommt eben Roger Waters, der schon 1983 bei Floyd das Handtuch warf und seitdem ein ambitioniertes Soloprojekt nach dem anderen in den kommerziellen Sand setzte. Ausverkauft die Hallen, ergraut das Publikum – wie auch der Künstler, der nach erfolgreicher Psychotherapie erstmals wieder durch Spaß zum Spiel fand. Und den Fans bot, was die sich allzu gerne bieten lassen: Klassiker von „Wish You WereHere“ bis „Comfortably Numb“ in detail verliebten Versionen. Je länger der Abend währte, desto mehr wurde der Verdacht zur Gewissheit: Es gibt keinen Song von Pink Floyd, der kein Klassiker wäre. Kritischer wurde es da schon beim Solomaterial. So ertappte man sich bei dem Gedanken, dass doch eigentlich alle Mitglieder der zersprengten Floyd noch einmal gemeinsam auftreten sollten. Dafür ist es zwar seit über zehn Jahren zu spät. Aber wir kämen sicher pünktlich.

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