Brody Dalle: Sie macht Musik wo andere nur Schlag-zeilen machen

Wäre es Courtney Love gewesen, die den Rancid-Chef Tim Armstrong verlassen hätte, um sich in eine Affaire mit Josh Homme von Queens Of The Stone Age zu stürzen – es wäre niemandem in den Sinn gekommen, auch nur ein Wort über Musik zu verlieren. Dass die Erwähnung des turbulenten Liebeslebens von Brody Armstrong, die seit Unterzeichnung der Scheidungspapiere wieder ihren Mädchennamen Dalle angenommen hat, in der Geschichte der Distillers aber nur eine Fußnote geblieben ist, liegt an der Sprengkraft von CORAL FANG. Das Durchbruch-Album des australisch-kalifornischen Quartetts, das in jedem Song mehr nach einer kraftvollen Band klingt, als das Hole je gelungen ist, ist um Längen interessanter als der ganze Klatsch. Selten ist eine Frau im Punkrock mit vergleich-/ barer Souveränität auf den Plan getreten. Danke dafür: ,The Hunger“, O:55bis l:01-ein sieben Sekunden langer verstörender Schrei als Liebeserklärung an den Punkrock. Was sie uns beschert hat: Sie hat ein Punkrevival losgetreten, das zur Abwechslung auf den Schultern einer starken Frau mit einer starken Stimme und äußerst brauchbaren Songs ruht.

Das wollen wir als nächstes von ihr hören: Ein auch weiterhin so würdevolles Schweigen als Antwort auf die Attacken von talentlosen Neidern.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.