Alabama- Das Debüt einer Halle


Nicht eine Band ist Münchens derzeit interessantester Newcomer, sondern eine Halle – und man setzt große Hoffnungen in sie. Eine kulturelle Begegnungsstätte soll sie werden, Die Alabama-Halle, vielleicht sogar nach Hamburger Vorbild eine Münchener „Fabrik“. Vorerst zeigt sich das Gelände im Münchener Norden noch im Trümmerlook der Nachkriegszeit und die Halle von außen als das, was sie einmal was, nämlich als Kaserne. Doch drinnen haben die 700 000 DM Umbaukosten (500 000 DM Spenden) schon Wunder bewirkt. Und die erste Bewährungsprobe für Rockfans am Faschingswochenende, vom 1.-3. März glänzend bestanden. Da feierten sowohl der Rockhouse e.V. als auch das „Radio-Rockhouse“ des Bayerischen Rundfunks Einstand, die damit endlich ein Dach über dem Kopf gefunden haben.

Der Rockhouse e.V. ist ein Verein, der sich seit rund drei Jahren um die Eingliederung Behinderter ins Alltagsleben bemüht. Und dazu gehören auch Veranstaltungsorte, die behindertengerecht eingerichtet sind. Der Rockhouse e.V. wiederum wurde publik durch die gleichnamige Rundfunksendung, die Georg Kostya jeden ersten Sonntag im Monat nachmittags zwischen 14 und 16 Uhr moderiert. Das Besondere an dieser Sendung: die Bands treten live auf einem Saal mit Publikum, und das ab sofort in der Alabama-Halle. Der Verein selbst wird zusätzlich alle zwei Monate für zwei Tage Live-Programme in der Halle veranstalten.

Doch Rockhouse e.V. und Rundfunk sind nur zwei Mieter des neuen Objekts. Die Projektleitung liegt beim Spielmotor e.V., einer halbstädtischen Einrichtung, die auch das Theaterfestival in München betreut. Der „Spielmotor“ wird in der Alabama-Halle neben freifinanzierten Veranstaltungen auch eigene organisieren, und dabei soll es nicht nur Rock, Pop und Jazz, sondern eben auch Theater und Klassik geben. Bis zur offiziellen Einweihung der Halle am 27. Mai mit Chick Corea, werden noch weitere Probeläufe mit Musik stattfinden, denn noch geht es im Alabama etwas provisorisch zu. Demnächst soll ein Laserstrahl den unkundigen Besuchern den Weg leuchten. Und wenn alles mit den Finanzen klappt, sollen für junge Bands drei Übungsräume eingerichtet werden, die auch als Tonstudio nutzbar sind.