Alle Hände hoch am Schlesischen Tor: So war’s bei der MUSIKEXPRESS Klubtour in Berlin


 

Wer in seinen Interessen auf Facebook „Schnitzel, Bäumchen und Sächs“ angibt, kann per se kein schlechter Mensch sein. Oder besser gesagt: keine schlechten Menschen. Bei den Verfassern dieser launigen Worte handelt es sich um das erste Duo des heutigen Abends. T9, bestehend aus Produzent Torky Tork und Rapper DoZ9. Ihr neues Album PLASTIK AUS GOLD erscheint am 1. Dezember, was DoZ9 nicht ohne Stolz in der Stimme immer wieder zwischen den Songs erwähnt. Ein Schelm, wer darin eine ironische Anspielung auf PALMEN AUS PLASTIK, dem Album von Raf Camora und Bonez MC sowie deren Song „Palmen aus Gold“ wittert. Die Fans der beiden Berliner freuen sich mindestens genauso sehr wie die Macher über neue Stücke. Und beim Brett „Tiff“ vom vorherigen Album R.I.F.F.A., das gegen Ende des Sets kommt, gehen alle Hände noch mal ein bisschen höher.

Nach kurzem High Five hinter den Kulissen mit T9, machen sich die Brüder Mädness und Döll bereit für ihren Auftritt. Was bei den Hessen heißt: Sie ziehen sich ihre quietschgelben Regenjacken über das sonst „All Black“ gehaltene Bühnenoutfit und ab geht’s. Mit dem gleichnamigen Titeltrack aus dem ersten gemeinsamen Album überhaupt, „Ich und mein Bruder“, eröffnen sie die Show. Die Hände im Publikum bleiben ab da dort, wo sie hingehören: oben. Dölls energischem „Alle Hände hoch, alleeeeee!“ könnte man sich auch nur schwer verwehren. Beim smoothen „Alright“, produziert von Clefco, wird es dann noch mal etwas ruhiger. Gerade ruhig genug, damit man beim Banger „Ich sterbe für HipHop“ noch mal anständig ausrasten darf. Diese Message fühlen hier wohl alle.


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Gegen 23.20 Uhr werden die bereits auf der Bühne aufgebauten Kanzeln für das Audio88- und Yassin-Konzert endlich illuminiert. Nebelschwaden deuten darauf hin, dass hier jede Sekunde die beiden Rapper und ihr DJ Breaque die Messe für die angereisten Rap-Jünger eröffnen werden. Im Backstage wärmen sich die Herren gerade noch auf. Genauer: Sie singen gemeinsam mit den Jungs von T9 sowie Mädness und Döll aus voller Kehle die Hook des Manuellsen-Songs „Boulevard of Broken Dreams“ mit. Ein Bild für die Götter, um im kirchlichen Jargon zu bleiben: Drei Männer in kirchlicher Robe springen zwischen einem halben Dutzend weiteren singenden Rappern glücklich umher. Zu einem Manuellsen-Song.



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