Alles in Ordnung – Im Pop-Labor der Dinge

Zwei New Yorker haben es sich mit Pop Chart Lab zur Aufgabe gemacht, jede menschliche Erfahrung in ein Schaubild zu verwandeln.

Wir sind nicht sicher, ob die beiden Gründer des Pop Chart Lab – ein Literaturredakteur und ein Grafikdesigner aus New York – Peter Zadek, den großen Mann des deutschen Theaters, kennen. Im Gegenteil, wir bezweifeln das stark. Dennoch scheinen alle drei eine ähnliche Definition von Ordnung zu haben. „Ich liebe die Ordnung, aber nicht die gewöhnliche, sondern die organische – sie ist wie ein Baum mit krummen Ästen“, erklärte Zadek einst. Und Patrick Mulligan und Ben Gibson scheinen die ganze Welt in genau dieser organischen Ordnung erfassen zu wollen. Bier, Superkräfte, Rapper, Heavy Metals, Kochutensilien, Wrestler Namen, Videospiel-Steuerungen, Radwege, Filmmonster oder die gesamte Produktpalette aus dem Hause Apple. Alles wird notiert, kategorisiert und findet seinen richtigen Platz im verzweigten Kompendium der Dinge.

Das Ziel von Pop Chart Lab ist: Jede menschliche Erfahrung in ein Schaubild zu verwandeln. Und daraus Poster zu machen, die sie in limitierter Auflage verkaufen. Das klingt dröge und wie für echte Streber gemacht. Doch die Grafiken der beiden sind so abstrus betitelt, detailversessen recherchiert, gut betextet und schön gestaltet, dass man sich dem Charme dieser Ordnungskunst nicht entziehen kann. Da werden die Namen von Rappern zunächst nach körperlichen Merkmalen, Verbrechen, Mineralien oder Tieren, Alphanumerik, Wortspielen oder Anreden sortiert, bevor sie dank Unterkategorien wie Insekten, Hunde, Drogenhandel, Ähnlichkeiten mit Cartoon-Charakteren oder waghalsige Rechtschreibfehler weiter ins Detail gehen.

Oder sie ordnen Superkräfte zunächst nach körperlichen, tierischen, auf Waffen basierten oder solchen, die Objekte manipulieren, um über Unterkategorien am Ende eine Aufschlüsselung von über 300 Helden, Anti-Helden, Schurken und Biestern der Popkultur zu präsentieren. Wilder wird Ordnung wohl nicht mehr.

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