Alles wird gut

Der Deutsche will in den Arm genommen werden. Er will, dass man ihn wiegt, ihm sanfte Küsse aufdrückt, abgestandene Witze erzählt und versichert: Alles wird gut! Dann fühlt er sich gut. Und geht ins Kino. Nur so ist es zu erklären, dass keinohrhasen -gestartet noch Ende 2007 trotz eklatanter Charmefreiheit der erfolgreichste Film 2008 wurde. Dass mamma mia! mit seiner hysterisch herausgeplärrten guten Laune Menschen in Scharen anlockte. Dass Teenager unvermittelt die Vorzüge des Musicals entdeckten und HIGH SCHOOL MUSICAL 3 ZUm Kinothema machten. Dass der sterile und sinnfreie sex and the city-Film das Spiel mit Tabuthemen fürs Kino mit einer keuschen Safer-Sex-Attitüde ersetzte, die Carrie & Co. nur noch wie schrille High-Society-Schicksen wirken ließ. Wer will mit denen freiwillig zwei Stunden verbringen? Der, der sich vom Kino erwartet, dass jedes Töpfchen sein Deckelchen finden muss. Wer einen Beleg sucht, dass es mit der Wirtschaft bergab geht, muss nur die Kinocharts studieren. Die alte Wahrheit, dass das Kino in harten Zeiten floriert, traf 2008 zu. Mit der Einschränkung, dass der Eskapismus süß schmecken und die Hand des Publikums tätscheln sollte. Alles wird gut. Auch wenn es die zugehörigen Filme nicht waren.

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