Augenblick

Aus der Torstraße in Berlin in die Konzertlocation CD Pub in Nanjing, China. Ende April ist Maximilian Hecker ein zweites Mal vom Goethe-Institut, das auch mal Techno-DJs in Dehli oder Aggro-Rapper in Palästina spielen lässt, nach China verschickt worden, um deutsche Kultur zu repräsentieren. Er habe seine „Erlösungssehnsüchte auf Asien projiziert“, sagte der Pathos-Popper mal in einem Interview. Er habe dort „das Fremde in sich entdecken“ wollen und wurde „am Ende enttäuscht“. Vielleicht meint er damit aber auch die kurze Liebe zu der Prostituierten Nana, die er als Muse für sein aktuelles Album I Am Nothing But Emotion, No Human being, No Son, Never Son Again benennt. Hecker ist der wohl traurigste Musiker Deutschlands, ein Krisenkünstler auf der Suche nach der großen Emotion. Vielleicht ist das ein Grund, warum die Asiaten ihn so lieben. Vielleicht gibt er dort aber auch einfach nicht so viele pathetische Interviews.

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