Belle and Sebastian – Tigermilk

Bis zu 400 Pfund darf man heute für das Debütalbum von Belle and Sebastian hinblättern. Für zehn Songs, die vom „Music Business“-Kurs des Glasgower Stow College produziert/zusammengebastelt wurden, um dann auf dem College-eigenen Label in einer Vinyl-Auflage von 1.000 Stück veröffentlicht zu werden. Nicht-Schotten waren also wohl zunächst außen vor, erst drei Jahre später erblickte Tigermilk das Licht der weiten Welt, bis dahin konnte man die verhuschten Indie-Folk-Pop-Seelchen bereits durch zwei fabelhafte Alben und vier EPs in sein Herz geschlossen haben, tigermilk ist die Geschichte von Stuart Murdoch. In einem staatlich geförderten Musikbusinesskurs trifft er Bassist Stuart David, die zwei beschließen eine Band zu gründen, finden in Cafes Mitstreiter. Um auf TIGERMILK Stuarts Geschichten zu erzählen. Über den Außenseiter, der in der Schule lebensgroße Knetmodelle von Velvet Underground anfertigt. Über das mißbrauchte Mädchen, das seine Zuneigung zu einem anderen Mädchen entdeckt. Und über die Erwartungen von Eltern, Familie, Gesellschaft: „Do you wont to work in Debenham’s / ‚cause thats what they expect“. Dabei ist Tigermilk zärtlichster Folk-Pop, Kein Instrument stört das andere, auch Flöte und Trompete nicht. Nur Murdochs Stimme schlägt ein ums andere Mal genau den Ton an, bei dem das Herz des Hörers bricht. Leise, Tigermilk ist so leise, daß man zu Beginn von „Expectations“ deutlich ein Geräusch hört, das nach heruntergerissenem Klebeband klingt. Die Erklärung: Stuart Murdoch öffnet den Reißverschluß seiner Strickjacke, um sich für das Singen bereit zu machen. Und um sich in die Ahnengalerie glorioser Aufienseiter von Morrissey bis Jarvis Cocker einreihen zu lassen.

Aufgenommen in drei Tagen Anfang 1996 im Stow College, Glasgow Produzent: „Music Business“-Kurs unter Leitung von Alan Rankine (Ex-Associates)

Beste Songs: „The State I Am In“, „My Wandering Days Are Over“

Höchste Chartsposition UK: keine

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