Camouflage

In Amerika schien Ihr Traum In Erfüllung zu gehen, während man in der Heimat das schwäbische Trio noch als Eintagsfliege abtat, machten Camouflage In den US-Charts Furore. Nun aber entpuppt sich der Traum als Alptraum ...

Vorspiel: Mit einfachsten Mitteln produziert Camouflage den Song „The Great Commandment“ und landet damit einen Überraschungshit in Deutschland.

1. Akt: Mit dem selbstgestrickten Hit erregt das Trio aus Bietigheim-Bissingen die Aufmerksamkeit der amerikanischen Talentsucher. Resultat: ein Vertrag mit der renommierten Firma Atlantic. Single und LP-Erstling erklimmen in den US-Charts erstaunliche Höhen.

2. Akt: Mit der neuen Single „Love Is A Shield“ und der zweiten LP METHODS OF SILENCE geht man in Deutschland weiter auf Erfolgskurs. Alles scheint klar, um nun auch den amerikanischen Markt endgültig zu erobern.

3. Akt: Pustekuchen. Denn die „atlantische“ Freiheit kommt zum Tragen. Und die sieht so aus: Den US-Remix der „Shield“-Single erkennt nicht mal mehr Keyboarder Heiko Maile wieder: „Mit Funk-Einschlag, Frauen-Geträller, einem völlig neuen Schlagzeug und flauer Mainstream-Tendenz klingt das nach allem und jedem – nur nicht nach Camouflage.“ Mit der LP sind die Amis auch nicht zufrieden. “ Wir passen damit nicht in die Schublade, für die sie uns einkauften.“ Und die heißt ganz offensichtlich „Dancefloor“. Zwar schickten Camouflage zusätzliche Demo-Bänder zur Ergänzung der US-LP über den Teich, doch von drüben gibt’s keine Reaktion – Vorhang.

4. Akt: Die Band ist verständlicherweise angesäuert. Kommunikation mit Amerika wäre toll, ist aber partout nicht vorhanden. Heiko; „Wir haben ein schlechtes Gefühl. „

5. Akt: Völlig ungewiß bleibt, wann die LP nun in USA erscheint. Die US-Fanpost häuft sich, aber die Band konzentriert sich notgedrungen auf Deutschland. Im November geht’s auf Tour durch 15 deutsche Städte. Über Amerika fällt erst mal der Vorhang.

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