Chatgespräche und exotische Getränkedosen – die Alben der Woche

Album der Woche: Lukid – „Lonely At The Top“

Luke Blair kramt wieder in seinem wirren Gehirn und präsentiert erstmals experimentelle House-Beats. Und die sind fantastisch. Luke Blair ist schon ein merkwürdiger Mann. Er führt einen Blog über exotische Getränkedosen, er schneidet sich Videos über Fußballtricks zusammen und zeichnet absurde Chatgespräche im Internet auf. Nein, eigentlich lebt er nur meinen Traum. Dazu hat Mr. Blair diese angenehme Angewohnheit, regelmäßig Alben zu produzieren, die eine Reihe von Fragen aufwerfen. Zwei elementare davon: Woher nimmt er diese Ideen und warum kauft nicht längst jeder Mensch jede seiner Platten? Christopher Hunold

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Lost Songs (Limited Edition)

 

Banks, Paul Banks

Diese Stimme ist schon sehr prägnant. Wenn der Bariton von Paul Banks erst einmal warm gelaufen ist, dann denkt man unweigerlich: Interpol. Das ist auch auf Banks, seinem zweiten Solo-Album nach dem noch unter dem Pseudonym Julian Plenti vor drei Jahren veröffentlichten Debüt, nicht anders. Aber bereits im Eröffnungssong „The Base“ stellt der Sänger von Interpol klar, dass er auch ganz anders kann: Zu Beginn des Songs brummt er noch, unterstützt von reichlich Hall, bedeutungsschwanger und weihevoll, wie man es so von ihm kennt. Dann aber wechselt er unvermittelt den Tonfall: Plötzlich singt da ein junger Mann mit einem recht optimistischen Blick auf die Welt. Thomas Winkler

Biafra & The Guantanamo School Of Medicine –  Jello Shock-U-Py!

Gibbard, Benjamin – Former Lives (Digipack)

Hackett, Steve – Genesis Revisited II

 

Kalkbrenner, Fritz Sick Travellin‘

Das zweite Album des Berliner Produzenten bringt noch ein bisschen mehr Soul zurück in Techno und House. Soul – richtig buchstabiert – stand als unsichtbare Überschrift über Here Today Gone Tomorrow, dem Debütalbum von Fritz Kalkbrenner aus dem Jahr 2010. Soul als Haltung, als Statement, aber auch als Grundlage für vokale und instrumentale Beigaben einer eklektizistischen elektronischen Musik, die sich ihrer eigenen Geschichte sehr bewusst ist. Musik, die theoretisch am Ende der Entwicklungslinie Soul-Funk-Disco-House-Techno steht, blickt autoreferenziell auf ihren Ausgangspunkt zurück. Die Nachhauseholung des Soul in die elektronische Musik war Anfang des laufenden Jahrzehnts zu einer Art Minitrend geworden, der von Musikern mit den unterschiedlichsten Backgrounds getragen wurde, etwa von Kenny Glasgow und Jonny White unter dem Projektnamen Art Department, aber auch von Jamie Woon mit seinem Bassmusikhintergrund. Albert Koch

 

Setzer Orchestra, Brian – The Dirty Boogie

 

Tribe Called Quest, A – Abstract Revelations

 

Wolf, Patrick – Sundark And Riverlight


Von der „Bravo“ in die „Bauernstuben“: Wir waren beim irren Eat & Greet mit Worlds Apart
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