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Chris Rock bei den Oscars 2016: „Hollywood ist verdammt nochmal rassistisch!“

Chris Rock hat die Traumfabrik Hollywood als rassistisch bezeichnet. In seinem Eröffnungsmonolog bei der 88. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles ließ der 51-jährige Comedian kein Blatt vor dem Mund und sorgte mit einer Reihe kontroverser Witze und Spitzen für Gelächter und Gesprächsstoff.

So wunderte sich Rock darüber, dass genau in diesem Jahr die Diskussion über die Nichtbeachtung schwarzer Filmschaffender zu einem gesellschaftlich diskutierten Thema wurde. „Das sind die 88. Academy Awards. Das bedeutet, dass diese Nichtbeachtung von Schwarzen, sagen wir, bereits 71 Mal vorgekommen ist“, erklärte Rock und legte nach: „In den 60ern hatten wir Schwarze andere Probleme. Wenn du vergewaltigt und gelyncht wirst, interessiert dich nicht wirklich, wer der Beste Kameramann ist.“ Nachdem er vom Gejohle des Publikums unterbrochen wurde, setzte Rock noch einen drauf: „Wenn Großmutter am Baum hängt und hin und her schwingt, gibt es wichtigere Dinge als, wer für die Beste Dokumentation ausgezeichnet wird.“ Man solle in diesem Jahr an der „In Memorium“-Stelle der Show doch Fotos aller schwarzen Personen zeigen, die von der Polizei auf dem Weg ins Kino erschossen worden sind.

Auch seinen inneren Kampf, ob er sich dem Boykott schwarzer Kollegen wie Jada Pinkett-Smith, Will Smith und Spike Lee anschließen solle, reflektierte Rock mit dem Schalk im Nacken: „Nur Arbeitslose sagen dir, dass du etwas boykottieren sollst. Das sind die Oscars! Ich wusste, dass sie die auch ohne mich stattfinden lassen würden – und das letzte, was ich wollte, war, einen weiteren Job an Kevin Hart (afroamerikanischer Comedian, Anm.) zu verlieren!“

Gegen Mitte seines Monologs sinnierte Chris Rock über die Frage, ob Hollywood rassistisch sei und kam zu dem Schluss: „Hollywood ist verdammt nochmal rassistisch!“, aber „die Dinge ändern sich. Dieses Jahr haben wir einen schwarzen Rocky! Ich weiß, manche mögen den Film „Creed“ nennen, aber für mich heißt er: „Black Rocky“.“ Diese Veränderungen seien am besten am Beispiel von Paul Giamatti nachzuvollziehen, so Rock: „Letztes Jahr hat er Lupita (Nyong’o, Anm.) in „12 Years A Slave“ ausgepeitscht. Er hasst schwarze Menschen! Dieses Jahr ist er in „Straight Outta Compton“ zu sehen und weint auf der Beerdigung von Eazy-E! Auf einmal liebt er schwarze Menschen!“



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