Cotton Eye Floyd

Was treibt einen 42jährigen, übergewichtigen Ex-Punk dazu, nach Jahren der Missionarstätigkeit an der alternativen Lärmfront zum Country-Blues zu konvertieren? Gary Floyd, hauptberuflich Sänger in der kalifornischen Band Sister Double Happiness, hat eine einfache Erklärung dafür: „Gute Musik muß aus dem Herzen kommen. Da ist es völlig egal, ob es Rock’n’Roll, Blues oder Punk ist.“ Vor Punk war Gary Floyds Mutter. Die Dame führte ein kleines Restaurant in Texas. Tagsüber kamen die Cowboys zum Essen, abends trafen sich die Teenager und warfen die lukebox an. „Da dudelte der Kram aus den 5oern und 6oern. Das hat mir Blues und Country nähergebracht.“ Daß der amerikanischen Volksmusik der muffige Geruch des Spießbürgertums anhaftet, stört ihn nicht die Bohne. „Viele Rednecks hören Country, genausoviele Punk, aber die meisten Idioten findest du bei Metal-Festivals. Du kannst eine ausgeflippte Frisur haben und trotzdem ein Redneck sein.“

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