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Das große Netflix-Problem der Filmfestspiele von Cannes 2017

Vor einigen Wochen wurde das beeindruckende Programm für den Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes bekanntgegeben. Und zur Überraschung einiger Cineasten und Verleiher sind auch zwei Filme des Streaming-Dienstes Netflix im Kampf um die Goldene Palme dabei. „The Meyerowitz Stories“ von Noah Baumbach und „Okja“ von Bong Joon-Hoo.

Die beiden Filme werden zwar auf den Leinwänden des Festivals zu sehen, danach aber „nur“ über die Mediathek des Streaming-Unternehmens abrufbar sein. Und genau dieser Umstand sorgt nun, eine Woche vor dem Start des Festivals, noch immer für Ärger.

Diverse Filmverbände, Verleihe und schlichtweg Zuschauer, die aufwändige Produktionen gern auf der großen Leinwand sehen, äußerten ihren Unmut über die Ehrung von Filmen, die nicht im Kino zugänglich seien. Gerüchteweise wurde sogar ein Ausschluss der beiden Netflix-Produktionen aus dem Festival-Wettbewerb diskutiert.

Regeländerung ab 2018

Diese Gerüchte konnten zwar seitens der Festivalleitung aus der Welt geschafft werden, die Kontroverse bleibt allerdings. In einem Statement haben sich die Veranstalter nun zu Wort gemeldet. Man sei sich dem Ärger über die diesjährige Situation mit den beiden Filmen bewusst, vergeblich habe man versucht Netflix davon zu überzeugen, einen Kinostart – zumindest in Frankreich – in die Wege zu leiten. Zwar gab es wohl Verhandlungen zwischen Netflix und einigen Verleihern, eine fruchtbare Zusammenarbeit kam bisher allerdings nicht dabei heraus.

Des Weiteren gaben die Organisatoren eine Regeländerung für die Festival-Jahrgänge ab 2018 bekannt. Dann soll sich jeder Produzent, der seinen Film im offiziellen Festivalwettbewerb hat, dazu verpflichten, diesen auch in die französischen Kinos zu bringen.

Es ist nicht das erste Mal in 2017, dass die Cannes-Festspiele Kritik ernten. Für das Plakat zu den Festspielen gab es einen Shitstorm: Die abgebildete Schauspielerin Claudia Cardinale wurde via Photoshop schlanker gemacht.

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