Death in Vegas und Sasha Grey: Das ungleiche Paar beim Berlin Atonal

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Dass die Schauspielerin, Autorin und ehemalige Porno-Darstellerin Sasha Grey seit einigen Jahren auch düstere Industrial-Musik aufnimmt, verwundert nur auf den ersten Blick: Schließlich hat sie sich nach Sascha Konietzko, dem Gründer der Hamburger Band KMFDM benannt. Zuletzt lieh sie ihre Stimme dem im Mai erschienenen neuen Album von Death In Vegas, TRANSMISSION. Jetzt, zwei Monate später, wird das düstere Werk auf dem Berlin Atonal Premiere feiern. Wir haben mit Death-In-Vegas-Mastermind Richard Fearless über die Performance gesprochen.

https://www.youtube.com/watch?v=3mp8a0ka7L8

Worauf können wir uns beim Berlin Atonal denn einstellen?
Wenn ich ein Album live spiele, will ich seine Grenzen testen und nicht nur Song für Song abarbeiten. Und beim Atonal kommt natürlich die einzigartige Location hinzu, die auch ein wichtiger Bestandteil der Show sein wird. Ich war vor kurzem ein paar Tage im Kraftwerk. Als ich vor vier oder fünf Jahren zum letzten Mal auf Tour war, wusste ich, dass mein nächstes Album ganz anders werden würde, und ich habe viel darüber nachgedacht, wie man das live anstellen könnte. Ich habe mich dafür entschieden, den Fokus auf Events zu legen, bei denen ich die Grenzen zwischen Musik und Kunst ausloten kann, ohne dabei 20 Jahre alte Hits zu spielen. Vielleicht denke ich ja nicht genug an die Fans, aber ich muss diesen Funken in mir spüren.

Wie bist du überhaupt auf Sasha Grey gekommen?
Ich habe einem befreundeten Regisseur bei einem Projekt geholfen und dabei viel mit Schauspielern zusammengearbeitet. Das hat mir gut gefallen, und mir war klar, dass ich [für das nächste Album] keinen traditionellen Sänger brauchte, sondern einen Schauspieler oder eine Schauspielerin. Weil Sasha uns auf Social Media gefolgt ist, wusste ich, dass sie sich dafür interessiert. Dann habe ich ein Interview mit ihr gesehen, in dem sie über Chris & Cosey und Throbbing Gristle gesprochen hat. Ich bin auch ein großer Fan dieser beiden Bands und beschloss, sie zu kontaktieren. Danach lief alles sehr reibungslos.

Sasha war bis vor einigen Jahren noch Sängerin der Industrial-Band aTelecine und hat noch mit einigen anderen Musikern zusammengearbeitet. Hattest du dir das im Vorfeld angehört?
Von der Band habe ich ein paar Sachen gehört. Auf dem gleichen Label (Pendu Sound, Anm. d. Red.) gibt es eine Gruppe namens Von Haze, die ich mal produziert habe, so bin ich darauf gekommen. Aber das war mir ehrlich gesagt nicht so wichtig, weil ich wusste, wohin ich mit dem Album gehen wollte.

Das Berlin Atonal findet vom 24. bis zum 28. August statt. Death In Vegas spielen am 27. statt.

 


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