Demo gegen sexualisierte Gewalt: Hamburg folgt auf Berlin
Tausende demonstrierten in Berlin – nun ruft Hamburg zum Protest auf. Der Fall Ulmen-Fernandes macht digitale sexualisierte Gewalt zum Thema für alle.
Vor Kurzem wurden schwere Vorwürfe gegen den Film-Produzenten und Schauspieler Christian Ulmen seitens seiner Ex-Ehefrau Collien Fernandes bekannt. Über Jahre soll er gefälschte sexuelle Inhalte von ihr erstellt und innerhalb des teilweise direkten Umfelds des damaligen Paares verbreitet haben.
In der öffentlichen Diskussion wird dies als neue digitale Form sexualisierter Gewalt behandelt. Der Fall hat auch gesellschaftliche Folgen: In deutschen Großstädten wird nun gegen sexualisierte Gewalt aller Art gegenüber Frauen demonstriert.
Erst Berlin, dann Hamburg
Am Sonntag, dem 22. März 2026, kamen bereits Tausende in Berlin zusammen, um gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen zu demonstrieren und schärfere gesetzliche Maßnahmen zu ihrem Schutz zu fordern. Damit soll es jedoch nicht getan sein: Die nächste Demonstration findet am kommenden Donnerstag, dem 26. März 2026, in Hamburg statt.
Dazu postete die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski einen Demonstrationsaufruf auf Instagram. Darin schrieb sie: „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln!“ Ab 17:30 Uhr sollen sich möglichst viele Menschen auf dem Hamburger Rathausmarkt einfinden, um gemeinsam zu demonstrieren. In dem Aufruf hieß es, der Schutz für Betroffene in Deutschland sei unzureichend und dieser Umstand müsse geändert werden.
Eine prominente Unterstützerin des Aufrufs ist „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer. Sie war bereits bei der Demo in Berlin am 22. März 2026 dabei und hielt dort eine Rede zum Thema. Auch Collien Fernandes teilte die Demo in einer Instagram-Story.
Auch Justizsenatorin fordert schärfere Gesetze
Bereits am Freitag, dem 20. März 2026, forderte Justizsenatorin Anna Gallina im „NDR Hamburg Journal“ eine Verschärfung der Gesetzeslage. Das Problem der digitalen sexualisierten Gewalt sei ein wachsendes – und bisher sei es nicht strafbar, gefälschte explizite Inhalte einer Person ohne deren Zustimmung im Internet hochzuladen.
Genau hier setzen die Demonstrationen an. Der Fall Ulmen-Fernandes nimmt durch sie nun eine gesellschaftliche und politische Ebene an.





