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Review

„Der Pate von Bombay“ auf Netflix: Das Böse spricht aus dem Jenseits

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Es überrascht nicht, dass nach jüngsten globalen Expansionen mit koreanischen Dramen und deutschen Sci-Fi-Krimis nun auch Indien ins Blickfeld rückt: Basierend auf dem gleichnamigen Bombay- Roman von Vikram Chandra erzählt die erste indische Netflix-Serie die Geschichte eines Polizisten, dessen Leben sich auf unheilvolle Weise mit den skrupellosen Manövern eines Gangsterbosses kreuzt. Sartaj Singh ist der einzige Sikh- Inspektor weit und breit, äußerlich das, was man in Indien für einen Frauenheld hält (Saif Ali Khan spielt sonst oft in Bollywood-Romanzen), innerlich ein Melancholiker, unglücklich geschieden und desillusioniert angesichts des Arbeitsalltags.

„In dieser Stadt ist alles möglich“

https://www.youtube.com/watch?v=njICnwanbyE

Bis ihm ein mysteriöser Anrufer das Versteck des meist gesuchten Verbrechers Indiens verrät: Ganesh Gaitonde ist zwar bereits tot, als die Polizei eintrifft, erzählt dem Cop aber fortan im Stil eines magischen Realismus seine Aufstiegsgeschichte als Stimme aus dem Jenseits. Die Ermittlungen führen in ein dunkles Netz aus Politik, Korruption, Spionage und Religionskämpfen. Zwischen alldem entfaltet „Der Pate von Bombay“ in acht Episoden eine ungewohnte, aber anmutige Mischung aus flirrendem Stadtporträt und blutiger Gewalt, amerikanischer Serientradition und ein bisschen Bollywood-Pathos. Es ist eine stimmungsvolle Annäherung an den Moloch namens Bombay. „Hier gibt es nichts für einen ehrlichen Mann“, sagt Singh einmal. Und der Gangster: „Das Schönste an dieser Stadt ist, dass alles möglich ist.“

„Der Pate von Bombay“ läuft bereits auf Netflix – eine zweite Staffel scheint bereits in Planung zu sein, wurde aber noch nicht offiziell bestätigt. Fans hoffen auf eine Fortsetzung, immerhin endet Staffel 1 mit einem Cliffhanger. 


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