Die schlichte Wahrheit

Die edle Absicht in allen Ehren, aber The Simple Truth (zu deutsch: Die schlichte Wahrheit), ein Benefizkonzert zugunsten der kurdischen Flüchtlinge in London, hinterließ einen ausgesprochen faden Nachgeschmack. Denn seitens der Offiziellen wurde keine noch so winzige Gelegenheit verpaßt, für alle Beteiligten kräftig die Werbetrommel zu rühren — für Schmusepapst Chris De Burgh zum Beispiel. Allein von seinen letzten beiden LPs seien weltweit acht Millionen Exemplare verkauft worden, hauchte der Ansager dem Publikum in der Wembley Arena und rund 300 Millionen Fernsehzuschauern in 37 Ländern atemlos entgegen. In derlei Weihrauchnebel ging die die Frage nach einer menschenwürdigen Zukunft für das kurdische Volk fast völlig unter.

Die musikalische Prominenz dagegen, von INXS über Whitney Houston und M.C. Hammer bis hin zu Tom Jones, machte artig das, was man von ihr erwartet hatte. Aufregende Musik bot allein das Kurden-Orchester von Shivan Perwer. Gut nur, daß mit einem geschätzten Erlös von 30 Millionen Mark wenigstens das Geld für die Kurden an diesem denkwürdigen Tag reicher floß.

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