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DJ Junior im Interview: „Europäer feiern die Musik, Asiaten den Lifestyle dahinter“


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Was für Junior als Hobby begann, wurde zum Beruf, als er Partys stürmte und seine energetische House-Musik in die angesagtesten Clubs Taipehs brachte – dem Herzen Asiens, wenn es um Musik und Unterhaltung geht. Seither gelangen ihm zahlreiche Zusammenarbeiten mit hochkarätigen Namen wie Jay-Z, Pitbull, Avicii, R3hab, Afrojack und Fatboy Slim.

2013 begann er mit eigenen Musikproduktionen, die ihm Performances mit Alesso auf der Mainstage des Ultra Music Festivals Korea und Japan 2015 ebenso wie mit Steve Aoki auf dem WOW Music Festival Malaysia 2014 ermöglichten. Seither spielt DJ Junior seine außergewöhnliche Mischung aus Electro und Progressive-House auf den unterschiedlichsten internationalen Bühnen.

Was glauben Sie, unterscheidet Ihre Produktionen von Ihren Auftritten als DJ? Was macht Sie zu einem erfolgreichen Produzenten und DJ?

Junior: Normalerweise verbringe ich viel Zeit mit dem Produzieren und Remixen und höre die unterschiedlichste Musik, um mich stets zu verbessern; wenn ich als DJ auftrete, konzentriere ich mich dagegen sehr auf die Reaktionen meines Publikums. Damit ich in der Lage bin, Emotionen zu erkennen und ein gutes Timing finde, damit jeder die Party in vollen Zügen genießt.

Worin liegt der Unterschied zwischen der europäischen und asiatischen Clubkultur?

Junior: Der größte Unterschied besteht in den Vorlieben des Publikums: Europäer feiern die Musik, Asiaten den Lifestyle dahinter. In Europa gibt es so viele Menschen, die Tickets für Clubs und Events kaufen, um die Electronic Dance Music (EDM) schlicht und einfach zu genießen. Da ist es egal wo, auch wenn einige Orte aufwendiger und außergewöhnlicher sind als andere. In Asien dagegen wird die Clubszene meist mit der Extravaganz vom Luxuslifestyle und dem Party-Vibe assoziiert, weniger mit der Musik selbst.

In Taiwan scheint alles sehr liberal und aufgeschlossen. Was unterscheidet insbesondere Taipeh von anderen asiatischen Städten

Junior: Es ist tatsächlich genau so, wie beschrieben. Taiwan ist ein sehr liberales und aufgeschlossenes Land, und (als kleine Nation) durchdringen neue Informationen, Inspirationen und Trends das Land schnell. Ich glaube, deshalb herrscht unter unserem Volk eine hohe Akzeptanz für Neues.

Glauben Sie, dass es einen Zufall zwischen der liberalen taiwanesischen Politik und der aufstrebenden Clubszene gibt?

Junior: Nun, nichts ist an sich möglich oder unmöglich. Dennoch betrachten wir Clubs und Raves immer noch als eine Unterhaltung, so wie es ursprünglich gedacht war. Musik ist ein Ausdruck von Emotionen. Im Idealfall weckt sie in Menschen Freude und Spaß und sorgt für die Entspannung, die im Leben eine gewisse Motivation weckt.

Waren Sie in Ihrer Jugend ein Clubgänger? Wie kann man sich die taiwanesische Clubszene damals vorstellen?

Junior: Oh ja, definitiv, das war ich! Die frühere Clubszene spielte hauptsächlich Disco, dann wurde es mehr zu Trance und House Music. Meine erste Annäherung mit Clubmusik machte ich auf einer Electro-Party in Hongkong, 1997. Es war eine der Partys, die Hongkongs Rückkehr in die chinesische Souveränität feierte.

Was glauben Sie, warum sind Sie auch in Europa so erfolgreich?

Junior: Ich komme aus Taiwan, aus einer Arbeiterfamilie. Ich arbeite und beobachte viel und habe es geschafft, meine eigenen Tracks zu veröffentlichen. Das ist vielen in Asien nicht möglich. Vielleicht, weil meine Musik in ganz Asien bekannt und beliebt geworden ist. Vielleicht haben diese Popularität und der Ruhm gereicht, um es über die asiatischen Grenzen hinauszuschaffen.


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