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Dr. Martens: von der ersten Liebe und klebrigen Küssen


Natürlich bleibt eine gute Werbekampagne schlicht Marketing und jede Begeisterung dient dem Verkauf irgendeines Produkts. Bei der neuen Dr. Martens-Kampagne beschleicht einen aber eigentümlicherweise kein ungutes Gefühl, da der britische Schuh auf irgendeine Art immer mit uns selbst und der eigenen Vergangenheit verbunden ist.

Ob nun aus freier Entscheidung, oder weil die Marke eine noch subtiler ausgefeilte Strategie fährt als zuvor – First and Forever katapultiert einen zurück in eine Zeit, in der man sein Taschengeld für den ersten 8-Loch-Boot sparte und ihn in rebellischer Mühseligkeit mit Sprühfarbe, Edding und anarchistischen Bekenntnissen schmückte.

Und einher gehen Bilder von der ersten Liebe, klebrig-süße Küsse, ausgetauscht in einem glanzlosem Proberaum, in dem umso glanzvollere Gedanken gesponnen wurden. Ausflugserinnerungen an Fahrten auf knatternden Zweirädern, erste Joints, Euphorien und das sich langsam zusammenpuzzelnde Gefühl, mit den eigenen Gedanken beitragen zu können zu allem, was vorher so unbestimmt und ungreifbar schien.

Völlig egal ist, ob man all die Geschichten auf „First and Forever“ erzählen oder sich nur vom Trailer mit dem Model Agyness Deyn anrühren lassen will. Der „trip down memory lane“ ergibt sich so oder so.


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