Fake Klicks: Fler gibt zu, dass seine Streams manipuliert wurden

von

Nachdem der Weddinger Rapper Massiv kürzlich in einem Livestream zugeben hat, schon einmal Klicks gekauft zu haben, diskutiert die deutsche Rapszene das Thema momentan intensiv. Nun hat sich auch Fler in einem seiner Livestreams zu Wort gemeldet und bestätigt, dass auch seine Streamingzahlen manipuliert wurden.

Fler: „Die Außenwahrnehmung von Rappern wird durch Fake-Streams verzerrt“

Massiv hatte unter anderem behauptet, dass so gut wie jeder größere Rapper sich Klicks auf seine Songs kaufen würde. Fler schließt sich dieser Aussage an und gibt zu, dass seine Steamingzahlen ebenfalls künstlich in die Höhe getrieben wurden. Allerdings behauptete der Rapper, dass er dafür kein Geld ausgegeben hat. Vielmehr hätte sich ein anonymer „Hacker“ bei ihm gemeldet und angeboten ihm kostenlos zusätzliche Streams zu beschaffen: „Dann bin ich doch der größte Esel, wenn ich nicht sage, bro, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Was Universal nicht weiß, macht sie nicht heiß.“

Fler beklagte sich in dem Stream darüber, dass die Außenwahrnehmung von Künstler*innen durch die gekauften Streams verzerrt würde. Auf einmal würden völlig unbedeutende Rapper*innen ohne große Fanbase medial beachtet und in der Wahrnehmung von Außenstehenden relevant werden. Großes Labels würden das Spiel mitspielen, weil sie mit diesen Künstler*innen mittelfristig gutes Geld verdienen können und daher keine Lust haben „der Spielverderber zu sein“.

Wer trägt die Verantwortung?

Fler zufolge würden die Major-Labels über Expert*innen verfügen, die mit Hilfe verschiedener Tools sehr detaillierte Statistiken aus den Spotify-Daten ziehen können, sodass gekaufte Streams, wenn sie nicht professionell „geliefert wurden“, schnell aufliegen würden. Das musste auch Massiv lernen, der nach den von ihm gekauften Klicks erheblichen Ärger mit Universal bekam. Fler sieht vor allem Spotify in der Verantwortung, dem Streaming-Fake eine Ende zu setzten. Das die Streaming-Plattformen die Verantwortung momentan eher an die Labels und Künstler*innen abgibt, findet der Rapper dreist:

Ich würd zu Spotify sagen: Wie kann es sein, dass ihr einen Dienst anbietet, der nicht bombensicher ist vor Manipulation? Und wie kommt ihr dann auf die Idee, auf die Dreistigkeit, das Label zu kontaktieren, bzw. den Vertrieb und die da drauf hinzuweisen? Wie kommt ihr darauf, dem Künstler etwas zu unterstellen, wo man von vorneherein davon ausgehen MUSS, dass es von überall kommen kann, weil eure Plattform nicht sicher ist ?“

Seht hier einen Mitschnitt vom Livestream:


Sir Mantis verteilt Ansagen an die misogyne Rap-Szene – „Florist“ (Musikvideo)
Weiterlesen