Fake-Songs: Rechtsstreit um posthumes Album von Michael Jackson

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Sony Music und The Jackson Estate werden in den USA von einem Fan verklagt, drei Songs auf dem 2010 erschienenen Album MICHAEL veröffentlicht zu haben, auf denen nicht der „King of Pop“ selbst, sondern ein Imitator zu hören sei. Ja, richtig gelesen: Ein Fan namens Vera Serova vermutet eine Verschwörung und geht daher gerichtlich gegen das Unternehmen vor.

Gegen diese Anschuldigungen wehrte sich die Plattenfirma jetzt in einem Statement gegenüber „Variety“. Die Lieder „Breaking News“, „Monster“ und „Keep Your Head Up“ sollen ein Jahr vor dem Tod Jacksons aufgenommen worden sein, um später auf dem ersten posthumen Album der Pop-Legende platziert zu werden, das alleine in der ersten Woche 85.000 Kopien verkaufte.

Forensischer Klanganalyst

Vera Serova soll zur Klärung der Tatsachen die Dienste des forensischen Klanganalysten Dr. George Papcun beansprucht haben, um die Stimmen des zweifelsfrei echten und die des angeblich falschen Michael Jacksons zu vergleichen. Laut des britischen „Mirror“ gehöre die Stimme auf den fraglichen Aufnahmen „sehr wahrscheinlich nicht zu Michael Jackson“.

„Niemand hat zugegeben, dass Michael Jackson die Songs nicht gesungen hat“

Sony erklärte vergangene Woche vor einem Gericht in den USA, dass die Sache überhaupt nicht zur Debatte stehen sollte, da es ihnen vermutlich immer noch erlaubt sei, die Musik unter dem Namen Michael Jackson zu verkaufen, selbst wenn er eigentlich gar nicht auf den Songs zu hören ist. Verschiedene Medien berichteten daraufhin, dass Sony zugegeben habe, dass Michael Jackson die Songs nicht gesungen habe. Auf diese Gerüchte nahm Sony in dem Statement gegenüber „Variety“ ebenfalls Bezug: „Niemand hat zugegeben, dass Michael Jackson die Songs nicht gesungen hat“.

Viele unterschiedliche Meinungen

Laut der Angaben in den Gerichtsunterlagen gab Sony an, die Songs von einem Team um den Produzenten Eddie Cascio erhalten zu haben. Der „Guardian“ entfachte jedoch die Gerüchte um die Fake-Songs. Michael Jacksons Schwester La Toya Jackson wird im „NME“ zitiert: „Es klang nicht nach ihm“. Epic Records, Michael Jacksons Plattenfirma und Teil der Sony Music Entertainment Group, trat dem entgegen und sagte, dass man vollstes Vertrauen in die Echtheit der Stimme auf den Aufnahmen habe.

Die Riege der Zweifler wird durch den Autor der Michael-Jackson-Biographie „Making Michael“ ergänzt, der sich in der Sache auf die Seite von La Toya Jackson und dem Fan Vera Serova stellt: „Diese Songs müssen sofort vom Album entfernt werden und die Verantwortlichen müssen zurücktreten“.

Der Anwalt Serovas gab dabei Einsicht in die Motive seiner Mandantin, der es nicht ums Geld gehe: „Sie ist ein lebenslanger Michael-Jackson-Fan, die die Wichtigkeit gespürt hat, das Vermächtnis Jacksons zu schützen“.

Vergleicht selbst: Hört Ihr hier den echten Michael Jackson?

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