Fan-Fotos und Nachbericht: Left Boy 2014 live im Astra Kulturhaus in Berlin

Der Newcomer Left Boy hätte eigentlich schon im November 2013 auf Tour gehen sollen, durch den verspäteten Release seines Debütalbums PERMANENT MIDNIGHT wurden aber auch die Livetermine verschoben. Der gebürtige Wiener und Wahl-Amerikaner Ferdinand Sarnitz aka Left Boy erlangte mit verschiedenen Samples (u.a. Lana Del Rays „Video Games“) erste Aufmerksamkeit auf YouTube, durfte diese Stücke aber aufgrund ungeklärter Rechte nicht in einem eigenen Album veröffentlichen.

Am 18. März trat er nun im Zuge seiner „Permanent Party“-Tour im Astra Kulturhaus in Berlin-Friedrichshain auf. Vielleicht hätten wir es uns denken können, dennoch war unsere Autorin überrascht, mit Mitte Zwanzig den Altersdurchschnitt des Publikums um gut zehn Jahre zu überbieten. Während sich vor der Bühne hyperaktive Teenager-Meuten zusammenrauften, bildete sich im Vorraum eine Art Lounge für alle Erziehungsberechtigten, die gelangweilt an ihrer Cola nippten.

Im Partnerlook mit seinem Homie (dessen Name unverständlich blieb) trat Left Boy im nostalgisch gemusterten Jogginganzug auf die Bühne und legte los. Bei „Get It Right“ und „Security Check“ sowie Mariah Careys „All I want for Christmas“ und Justin Biebers „Girlfriend“ rappte das halbwüchsige Publikum textsicher mit.

Ein wenig eigenwillig war die optische Umsetzung der Show: Der mäßig beschäftigte Gitarrist stand hinter einem dünnen Vorhang, der mit verschiedenen Visuals beleuchtet wurde und hinter den Left Boy ab und an selbst trat. Während er dann so hinter seinem Vorhang stand und rappte, beleuchtete ein kleines Lämpchen am Schirm seiner Cap sein Gesicht. (Wir stellen sachlich fest, dass er damit an einen Tiefsee-Anglerfisch erinnerte, welcher mit Hilfe seiner Leuchtmittel Futter und Sexualpartner anzulocken versucht.) Inmitten der Performance zu „Permanent Midnight“ versagt dann die Technik. Das Licht ging an, der Ton ging aus. Left Boy ging sich erst hinter seinem Vorhang schämen, aber der unbekannte Homie rettete die Stimmung und hüpfte gut gelaunt so lange auf und ab, bis die Techniker wieder Herr der Lage waren.

Der spätere motivierte Versuch, ein bisschen verrückt zu werden und die Halle mit Klopapier einzuwickeln, scheiterte am kooperationsunwilligen Publikum, welches die Rollen blitzschnell verschwinden ließ. Dazu muss man aber verteidigend festhalten, dass die erwerbbaren Merchandiseartikel wirklich kein optisches Highlight waren und es verständlich war, dass man sich das Geld dafür sparen wollte.

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die Sängerin (ihr Name war unverständlich, man werfe uns auch hier schlechte Recherche vor), die als Voract auftrat, eine wirklich großartige Soulstimme hatte.


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