Fatoni über neue Musik, KI und aufkommenden Faschismus
Fatoni spricht im Kurz-Interview über sein neues Album „Drama endet nie“, die Angst vor KI, aufkommenden Faschismus und den Trennungsschmerz dahinter.
Bald kommt ja das neue Album DRAMA ENDET NIE (VÖ: 3. Juli) von Fatoni heraus. Grund genug, um ihm einmal vier schnelle Fragen dazu zu stellen. Here we go …
ME: Dein neues Album vereint viele unterschiedliche Styles – von Westcoast-HipHop über Singer/Songwriter bis hin zu sehr heutigen Soundfinessen. Sind die Stücke über einen längeren Zeitraum entstanden?
Fatoni: Die Songs sind über drei Jahre entstanden. Zwischendurch habe ich immer mal wieder pausiert – etwa für den Dreh meiner Netflix-Serie oder für das gemeinsame Album mit Edgar Wasser und Juse Ju. Für ein richtig gutes Soloalbum brauche ich in der Regel ein paar Jahre.
In „Wann werd‘ ich endlich ausgetauscht“ ironisierst du die Veränderungsszenarien durch KI. Welche Erfahrungen machst du gerade ganz konkret mit dieser neuen Entwicklung? Macht dir das alles Angst?
In dem Song geht es mir mehr um das Gefühl der allgemeinen Überforderung mit der Welt und dem eigenen Alltag, das momentan so viele Menschen haben – und um die Utopie, dass das Ersetztwerden durch KI eine Erlösung wäre und eben keine Bedrohung. Im echten Leben blicke ich natürlich mit großer Besorgnis auf diese ganze Entwicklung. Der aufkommende Faschismus in Kombination mit der sogenannten KI-Revolution ist nicht gerade etwas, das mir große Hoffnung macht – weder für mein Berufsleben noch für den Rest der Gesellschaft.
Kapitalismus- und Konsumkritik ziehen sich durch das Album. Wie stehst du zur Verherrlichung des Geldes, gerade auch im amerikanischen HipHop?
Die hat ihre Berechtigung. Ich rede lieber über deutsche Milliardärsfamilien, die ihr Vermögen unter anderem in der Nazizeit durch Zwangsarbeiter immens vermehren konnten – worüber heute irgendwie kaum noch jemand spricht – als über Mitglieder aus marginalisierten und unterprivilegierten Gruppen in den USA, die sich durch Musik sozialen Aufstieg versprechen.
Ein zweiter roter Faden zieht sich durch DRAMA ENDET NIE: Trennungsschmerz und Liebeskummer. Ist das ein Verarbeitungsalbum?
Ja. Das vielleicht Beste am Künstlersein ist, dass man aus den beschissensten Gefühlen, die es so gibt, immerhin noch etwas Produktives machen kann.
Ziemlich sicher sind die besten Songs der Popgeschichte so entstanden – und auf DRAMA ENDET NIE vielleicht ein paar von meinen besten Songs.






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