fluppe: Interview und Videopremiere zu „kompjuter“

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Man merkt es schon am Band- und Albumnamen: Diese Band hat Bock auf Sprache. fluppe kommen außerdem aus Hamburg – eine Stadt, die schon viele originelle deutschsprachige Lieder hervorgebracht hat. Man sollte aber trotzdem nicht gleich die „Hamburger Schule“ bemühen, denn fluppe stehen musikalisch eher Bands wie Do Nothing, shame, Protomartyr, IDLES oder auch Turbostaat nahe.

Josef Endicott, Antoine Laval, Lars Brunkhorst und Christian Klindworth aka fluppe veröffentlichen heute mit „kompjuter“ die letzte Single vor dem Albumrelease am 17. September. Den sehr detailfreudigen Clip gibt es zuerst bei uns. Außerdem sprachen wir mit Christian Klindworth über den Song.

Bei der neuen Single „kompjuter“ werden ja ganze Welten aufgemacht. Lyrisch ist man fast auf den Spuren eine Space Opera – starring: ein Astronaut mit Allergie; Computer, die Menschen sein könnten, und in der Unendlichkeit an ihre Grenzen kommen; Cowboys, die auf Raketen reiten und darauf warten, dass es kracht; ein Groschen, mit dem man in einer fernen Galaxie eine Pre-Paid-Karte der Firma D2-Mannesman freirubbelt. Das alles ist ebenso fantastisch wie humorvoll. Also – was habt ihr genommen oder was ist da passiert?
Christian Klindworth: „Genommen haben wir nichts, aber da haben wir uns mal von allem freigemacht und wollten instrumental so was Notwist-mäßiges machen. Plötzlich hatten wir dann diesen Spoken-Word-Part und Cowboys im Weltall. Für mich ist der Song eine Metapher für die Verlorenheit, die man gerade bei den Menschen im Internet beobachten kann. Das gibt’s ja inzwischen auch schon ewig und trotzdem führt es nicht dazu, dass man weitschweifender denkt, sondern dass die Leute in diesem ausufernden Kosmos immer verlorener wirken und auch engstirniger oder sogar rückwärtsgewandter denken.“

Das klingt, als wäre „kompjuter“ auch im Songwriting-Prozess eine Team-Arbeit. Ist dem so?
CK: „Wir haben halt nicht DEN einen Songwriter. Wir machen das schon alles als Band und das finde ich persönlich sehr cool. Wir sind zum Glück alle sehr uneitel, wenn es um das Teilen von Ideen geht. Man kann sich den Ball zuspielen und dadurch werden die Dinge meistens besser. Das ist eine große Freiheit.“

Das Video hat viele tolle Ideen und hatte Michel Gondry Vibes. Was kannst du uns darüber erzählen?
CK: „Wir haben unserem Regisseur Jonas weitestgehend freie Hand gelassen. Ursprünglich wollten wir mal die Band Kraftwerk mimen, jetzt sieht es vielleicht eher nach Beastie Boys aus. Jonas nannte anfangs vor allem den sehr grotesken und dystopischen Film „Brazil“ von 1985 als ästhetische Referenz, aber auch das trifft es sicher nur teilweise. Auf jeden Fall sollte es irgendwie retrofuturistisch werden, viel zu entdecken geben und trotzdem eine kleine Geschichte erzählen. Ich denke, das ist uns zumindest gelungen.“

 

 


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