Ganglians

Hawaiianischer Post-Punk, live gerne mal aufs Maul

Als die kalifornischen Ganglians vergangenen Sommer live ein fast brachiales Rockbrett ablieferten, rieben sich die Berliner Konzertgänger verwundert die Ohren. Monster Headroom, das luftige Debüt der Band, bei dem nicht nur die Harmoniegesänge an die Beach Boys erinnerten, war nicht wiederzuerkennen. Überraschend also, dass Ganglians auf dem Nachfolger Still Living wieder nach Ganglians klingen.

Zwar haben sie ihr klangliches Spektrum erweitert, mit schroffen Wave-Elementen und Noise-Krautrock-Loops, doch der Wohlklang dominiert. „Auf Tour schien es absurd, den sehr an eine Zeit gebundenen Sound unserer Debüts nachzuspielen. Zu der Zeit fand ich, dass wir auf dem nächsten Album alles anders machen sollten. Doch im Studio hat uns das Leichte und Subtile wieder mehr interessiert“, sagt Sänger und Songschreiber Ryan Grubbs. Er nennt den Sound der Ganglians „Hawaiian Post-Punk. Traditionelle hawaiianische Musik hat etwas Gedehntes, Isolierendes. Es gibt keine strukturgebenden Beats. Die Musik ist wie eine Welle, die dich wegzieht.“ Wohin auch immer, denn beim nächsten Album, orakelt Grubbs, werden Ganglians wahrscheinlich wieder ganz, ganz anders klingen.

CD im ME S. 17, Albumkritik S. 95

* Ihre Heimat Sacramento bezeichnen die Ganglians als kulturelle Einöde. Der einzige alternative Ort für Konzerte sei eine Pizzeria.

* In seinem Brotjob arbeitet Ryan Grubbs als Anzeigenverkäufer bei einer Zeitung. Bandkollege Adrian Comenzind lehrt Leuten Gemüseanbau.

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