Gilbert „and“ Sullivan


Kurz vor der Jahrhundertwende gab es in England viel Aufruhr auf musikalischem Gebiet. Ursache waren die komischen Opern von William Gilbert und Arthur Sullivan. Der erstgenannte schrieb die Texte und Sullivan komponierte die Musik. Ursprünglich war er ein klassisch orientierter Kirchenorganist, doch nach seiner Bekanntschaft mit William Gilbert veränderte sich sein Geschmack, er wandte sich der leichteren Musik zu. Die Musik von Gilbert und Sullivan hat in England noch heute viele Anhänger und wurde deshalb auch immer wieder von grossen Orchestern auf Platten gepresst.

Die musikalischen Eskapaden dieser beiden, die vor fast hundert Jahren grosse Triumphe feierten, hatten zweifellos einen starken Einfluss auf den jungen Mann, der kürzlich mit seinem „Nothing Rhymed“ Schlagzeilen machte. Obwohl er stets vor der Presse behauptet, Gilbert O’Sullivan sei sein richtiger Name, gehen wir bestimmt nicht fehl in der Annahme, dass er ganz sicherlich eine Anleihe bei den obengenannten Persönlichkeiten genommen hat. Wenn es aber Leute gab, die dachten, der Wirbel um Gilbert O’Sullivan sei nach „Nothing Rhymed“ wieder am Absterben, haben sie sich mit aller Entschiedenheit getäuscht: Seine neue Platte „Underneath The Blanket Go“ hat genügend Qualitäten, wenn sie auch nicht ganz so stark ist wie die vorige Produktion. In den englischen Fachzeitungen liest man regelmässig Überschriften, wie „Versucht Gilbert zu viel?“ oder „Unsicherer Erfolg für O’Sullivan“. Doch bleibt das wiederum eine Frage der Zeit. Warten wir ab. Sollte O’Sullivan schon bald nicht mehr mit der Gunst des Publikums rechnen dürfen, dann kann man nur sagen „was macht es schliesslich aus?“ Einen Nachfolger wird es doch geben, das war wohl schon immer so… *