Giuliani-Skandal in „Borat 2“: Sacha Baron Cohen war beim Dreh „sehr besorgt“

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In der Höhle des Löwen: Schauspieler und Produzent Sacha Baron Cohen hat in einem Interview mit „Good Morning America“ zusammen mit seiner Filmkollegin Maria Bakalova über einen ganz bestimmten Part von „Borat Anschluss Moviefilm“ gesprochen, der die sozialen Netzwerke derzeit in Aufruhr versetzt. Es geht um die Szene, in der die 15-jährige Tochter Borats, Tutar (dargestellt von der 24-jährigen Maria Bakalova), mit dem 76-jährigen Trump-Anwalt Rudy Giuliani in einer Hotelsuite allein ist und die Situation mehr als brenzlig wirkt.

Die Kurzfassung dazu: Bei dem gestellten Interview tätschelt Tutar dem Anwalt mehrfach das Bein, zeigt sich unsicher – und lädt ihn auf einen Drink im Schlafzimmer ein. Giuliani – der die ganze Zeit über davon ausgeht, es mit einer 15-jährigen angehenden Journalistin zu tun zu haben – lässt sich widerstandslos darauf ein. Im Zimmer angekommen, beginnt er, ihren Rücken zu berühren, und fragt nach ihrer Telefonnummer und Adresse. Nachdem sie ihm das Mikrofon abgenommen hat, legt sich Giuliani wieder auf das Bett, zieht sein Hemd aus und greift sich einige Sekunden lang in seine Hose – bis Cohen als Borat eingreift. Alles nur eine Falle, wie Giuliani beteuert?

„Ich würde sagen, wenn der Anwalt des Präsidenten sein Verhalten als angebracht bezeichnet, dann weiß nur Gott, was er bereits mit anderen weiblichen Journalistinnen in Hotelräumen angestellt hat“, lautet Cohens Reaktion auf Giulianis Twitter-Statement zu der besagten Szene. Dieser hatte sich zuvor über die Darstellung im Film empört und schwört, dass er sich zu keinem Zeitpunkt unangemessen verhalten habe. Er vermutet dahinter sogar eine Strategie, um seine „unerbittliche Aufdeckung der Kriminalität und Verkommenheit von Joe Biden und seiner Familie zu entschärfen“.

Schaut Euch hier das ganze Interview mit Cohen und Bakalova an:

So weit, so bizarr. Sacha Baron Cohen beschreibt seinen eigenen Zustand während des Treffens zwischen Maria Bakalova und Rudy Giuliani als „sehr besorgt“, obwohl er die ganze Zeit als versteckter Beobachter an der Szene teilnahm. „Es ist meine Verantwortung als Produzent für die Sicherheit meiner Hauptdarstellerin zu sorgen“, erklärt er weiter im Interview. Dafür sorgte er letztendlich auch durch sein Einschreiten im Drag-Kostüm, als Giuliani so wirkte, als wolle er jetzt tatsächlich mit der vermeintlich 15-Jährigen schlafen wollen. Für das Intervenieren Cohens sei Maria Bakalova dem Hauptdarsteller der Fortsetzung der 2006er Mockumentary auch sehr dankbar. Aufgrund seiner beständigen Nähe und der Professionalität des Filmteams während des Treffens fühlte sie sich generell immer sicher.

Letztendlich soll jede*r selbst entscheiden, wie er Giulianis Verhalten bewerten möchte. So zumindest der Hinweis von Sacha Baron Cohen selbst. Für ihn und seine Crew sei die Sachlage jedoch klar. Wie viel Interpretationsspielraum ein Griff in die Hose bieten kann, weiß letztendlich nur der Anwalt selbst. Eine direkte Konfrontation zwischen den Schauspieler*innen und dem Rechtskonservativen außerhalb der Twitter-Blase wäre an dieser Stelle wünschenswert, ist aber unwahrscheinlich.


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