Hotlist 2017: Bei Mura Masa prallen Post-Dubstep, Electronica, HipHop und Fernost aufeinander

Isolation kann auch von Vorteil sein: Als Alex Crossan alias Mura Masa auf der Kanalinsel Guernsey aufwuchs, gab es keine Szene, Clubs oder Mitstreiter, an die er sich hätte wenden können. Als wichtigste Informationsquelle musste das Internet herhalten: Crossan, Jahrgang 1996, brachte sich mit You-Tube-Tutorials das Produzieren bei und sog alle Einflüsse auf, die SoundCloud ihm geben konnte.

Als Mura Masa macht er Pop, in dem sämtliche Trendgenres der letzten Jahre aufeinanderprallen: Post-Dubstep, Electronica, HipHop – und eine Prise Fernost. Seit Crossan vor drei Jahren seinen ersten Song „Death Grips“ ins Netz stellte, ist einiges geschehen: Seine Produktionen sind detailreicher und professioneller geworden. Gäste wie der Rapper Jay Prince oder Sängerin Nao, die letztes Jahr in unserer Hotlist auftauchte, machten aus seinen Beat-Übungen veritable Pophits. Was noch fehlt, ist sein Album: TO FALL OUT OF LOVE TO soll es heißen. Schon seit über einem Jahr schiebt er die fast fertige Trennungsplatte vor sich her. Die Zeit soll er sich ruhig nehmen.

Schließlich hat er sich nach dem japanischen Schmied Muramasa Sengo benannt, dessen 500 Jahre alten Schwerter heute in Museen ausgestellt werden. Beim Namensvetter hat sich Crossan die Sorgfalt abgeschaut: Viele Geräusche auf Mura-Masa-Songs, die zunächst nach Samples klingen, hat Crossan in Wahrheit selbst komponiert, eingespielt und verfremdet.


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