Im kommenden Musikexpress: Depeche Mode, Martin Gore im Interview & Synthie-Pop-Special

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Depeche Mode auf dem Titel des Musikexpress 4/2013

Die April-Ausgabe des Musikexpress steht ganz im Zeichen des Synthesizers. Wir erzählen die Geschichte des Synthie-Pops, benennen dessen Pioniere, küren die 20 besten Synthie-Pop-Alben aller Zeiten – und widmen uns in unserer Titelgeschichte und unserer exklusiven Heftbeilage der Band, die Synthesizermusik in den Pop holte wie keine andere: Depeche Mode.

Mit Martin Gore – dem Mann, der die allermeisten Songs für Depeche Mode geshrieben hat – sprach Autor Dirk Peitz ausführlich über Glück, Hard- und Software sowie über DELTA MACHINE, das neue Album seiner Band Depeche Mode. Und so liest sich das an:

„Man muss sich Martin Gore als glücklichen Mann vorstellen. Also wirklich: Das muss man sich mal vorstellen, Gore, glücklich. Dafür wurden Depeche Mode doch nicht vor 33 Jahren gegründet. Für die Sehnsucht nach dem Glück vielleicht, doch diese Sehnsucht blieb eigentlich stets unerfüllt in den Liedern von Depeche Mode, die fast alle Martin Gore schrieb und fast alle Dave Gahan sang. Gore und Gahan, was für ein odd couple, Liebe schien es ja nie zu sein, in keiner Hinsicht: der eine (Gahan) der Darsteller der Fantasien, Träume, Albträume des anderen (Gore); der eine (Gore) geschlechtliche Ambivalenz darstellend, der andere (Gahan) gebrochenen Machismo. Man bräuchte für die Projektionen, die zwischen diesen beiden Männern hin- und hergeworfen wurden, die längste Psychoanalytiker-Couch der Popgeschichte.

Ja, die 33 Jahre Depeche Mode ließen sich nicht nur als eine endlose Folge von Hits erzählen eines Musikprojekts zwischen Elektronik und, ja, Blues, es ließe sich umgekehrt an 33 Jahren Depeche Mode auch die ganze Identitätskrise des modernen heterosexuellen Mannes erzählen. Andrew Fletcher, der Dritte, stünde dann als weiterer Archetyp des Nicht-mal-Zweifelnden ungerührt daneben, im allerdunkelsten Schatten. Braucht den überhaupt jemand? Das werden sich auch Gore und Gahan schon öfter gefragt haben. Es wäre aber eine so unhöfliche Frage, dass man sie natürlich nicht stellen kann, jetzt, hier, gleich, aus Anlass des neuen mittlerweile 13. Studioalbums von De­peche Mode, DELTA MACHINE: Martin Gore, der Glückliche, steht bereit. Das heißt, er sitzt. In seinem Haus in Santa Barbara, es ist ein weiterer schöner kalifornischer Morgen, die Sonne scheint, zumindest tut sie es auf der Wetterkarte, und in Berlin, wohin Martin Gore nun telefonisch verbunden ist, schneit es fett ins Abendgrau hinein.



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