J.J. Cale über Clapton und Klischees

ME/S: J.J. Cale steht für relaxte Laid-back-Musik. Bist Du eigentlich genauso ruhig wie Deine Musik?

Nein. In diesem Job kannst Du nicht ruhig bleiben. Du mußt durch die Welt touren, mußt dich um deine Band kümmern, Interviews geben. Ich saufe den ganzen Tag über Kaffee und höre Heavy Metal, um in Schwung zu bleiben.

ME/S: Du giltst gemeinhin als Traditionalist. Dabei hast Du schon früh Drum-Computer verwendet.

Stimmt, bereits 1972, auf ‚Naturally‘. Ich war damit wohl einer der Pioniere auf dem Gebiet. Lustigerweise kommen aber jetzt die Leute daher und sagen: ‚Hey, auf deiner neuen Platte hast du ja Samples und Computer verwendet.‘ Darauf kann ich nur antworten: Das habe ich schon immer so gemacht. Nur heute verstecke ich es nicht mehr.

ME/S: Was fasziniert Dich am meisten am Drumcomputer?

Er ist billiger. Als ich mit den Aufnahmen zu ‚Naturally‘ begann, war ich arm wie eine Kirchenmaus. Ich konnte es mir einfach nicht leisten, Studiomusiker in Nashville zu bezahlen. Also programmierte ich Maschinen.

ME/S: Heute geht es Dir finanziell gut. Schon deshalb, weil Eric Clapton zwei Deiner Songs – ‚Cocaine‘ und ‚After Midnight‘ – zu Mega-Hits gemacht hat. Hast Du Dich eigentlich jemals dafür bei ihm bedankt?

Na klar. Ich habe ihm sogar mal ein Bier spendiert. Übrigens nahm er mit ‚I Make Love To You Anytime‘ einen dritten Song von mir auf. Sehr zu meinem Bedauern wurde daraus aber kein Hit.

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