Jan Joswig kontrolliert: Santigold

Santigold weiß zwischen sexy und porno zu unterscheiden. Nur die Eispickel-Pumps, eigentlich die sado-masochistischen Kampfschuhe von Dominas und Betriebswirtinnen, kratzen etwas an ihrer Souveränität.

Vier Jahre seit Santigolds letztem Album, vier Jahre weiser – zumindest hat Santigold ihre Garderobe ihrem reiferen Alter angepasst. Dazu musste sie nicht mit ihrem alten Stil brechen. Adult-oriented Comic-Look könnte man es nennen. Noch immer hält sie an bunt gemusterten Leggings und farbigen Accessoires fest, aber beruhigt sie durch eine graue Sweater-Front. Von Modedesigner Alexander Wang, bei dessen Show das Foto gemacht wurde, ließ sie sich goldene Bodys für das Cover von „Master of my make-believe“ auf den Körper schneidern. Man muss dankbar sein, dass sie sich nicht von der Lollipop-Übersexualisierung einer Nicky Minaj kirre machen lässt und einen der Goldbodys zur Show trägt. Santigold weiß zwischen sexy und porno zu unterscheiden: „Normalerweise trage ich keine Bodys wie auf dem Cover. Aber das soll nicht heißen, ich fände mich nicht sexy, Gott bewahre!“ Nur die Eispickel-Pumps, eigentlich die sado-masochistischen Kampfschuhe von Dominas und Betriebswirtinnen, kratzen etwas an Santigolds Souveränität.

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