Johnossi haben leider bloß die bessere Milky-Chance-Single aufgenommen

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Johnossi waren mal eine echte Rockband. Nur zu zweit, ja, das White-Stripes-Prinzip, bloß mit Gitarre statt Bass – aber mit mehr Wumms als manches Quintett. Man höre nur „18 Karat Gold“, „Man Must Dance“ oder „What’s The Point“ nach. Aber jetzt, 13 Jahre nach ihrer Gründung und bald fünf Alben später, ist irgendwas mit John und Ossi passiert.

Klangen die Stockholmer auf „Air Is Free“, dem ersten Vorboten ihres fünften Albums BLOOD JUNGLE, noch nach Everlast und somit wie auf dem Weg zum Crossover-Blues, ist ihr neuer Song „Hands“ so gar kein Rocksong mehr. Er klingt nach halbwegs kontemporärem Folktronica-Singalong-Irgendwas-Blabla, also nach dem Sound, den Milky Chance mit ihrem „Stolen Dance“ aus Kassel in die Welt trugen und seitdem nicht hinterherkommen. „Die schnelle Indie-Hymne besticht durch ein markantes Gitarrenspiel und einen Chorus, der zum Mitsingen animiert. Inhaltlich beschäftigt sich der Song mit dem Thema Polizeigewalt, sowohl aus Opfer-, als auch aus Täterperspektive“, heißt es in der Presseerklärung ihrer Plattenfirma, und da muss man sich schon sehr konzentrieren, so wichtigen Inhalt ob so nichtiger Musik nicht vollends zu überhören. Oder Zeilen wie „Put your hands where I can see’em“ samt „Oh oh oh“-Chören nicht mit platter Live-Animation zu verwechseln.

„Hands“ von Johnossi im Stream:

Johnossi – Hands (Audio) auf YouTube ansehen

Johnossi auf Deutschlandtour 2017:

01.03.2017 – Werk 2 (Leipzig)

03.03.2017 – Muffathalle (München)

06.03.2017 – Essigfabrik (Köln)

07.03.2017 – Skaters Palace (Münster)

10.03.2017 – Columbiahalle (Berlin)

11.03.2017 – Docks (Hamburg)

BLOOD JUNGLE von Johnossi erscheint am 17. Februar 2017.


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