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🔥Die 20 besten Momente aus 21 Jahren „Splash!“-Festival

Kosmonaut Festival 2015: Chemnitz weiß, wer der Babo ist

Ein Tag zu Besuch bei den Kosmonauten. Das bedeutet: Rap vom allerfeinsten und Hits, Hits, Hits.

Mit sichtlichem Stolz vermelden Kraftklub: 13.000 Tickets weg. Die dritte Auflage des Kosmonaut Festivals: ausverkauft. Die bekanntesten Söhne Karl-Marx-Stadts – pardon – Chemnitzs und Initiatoren des Festivals haben auch jeden Grund mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein. Auf dem ehemaligen Splash!-Gelände am Stausee Rabenstein haben Kraftklub in kürzester Zeit eines der wichtigsten und besten Festivals Ostdeutschlands aufgebaut und Chemnitz aus dem musikalischen Dornröschen-Schlaf geweckt, den es hielt, seitdem Deutschlands Hip-Hop-Festival Nummer Eins ihm den Rücken zugekehrt hat. Dabei setzen die Macher auf ein stilistisch breit gefächertes Programm, das sowohl Rap- als auch Rock-Fans mehr als zufriedenstellt.

Mit Rap beginnt auch der Freitagabend beim Kosmonaut 2015: Zugezogen Maskulin fackeln mit ihrem Polit-Rap die kleine Noisey-Stage vollkommen ab. Testo und Grim 104 bewegen sich wie Berserker auf der niedrigen Bühne und konfrontieren das hippe Publikum mit den unangenehmen Wahrheiten aus Tracks wie „Oranienplatz“ und „Agenturensohn“. Vor allem Grim 104 bellt seine Lines wie ein wild gewordener Hund und sorgt mit seinen Ansagen dafür, dass die ohnehin aufgeladene Stimmung in völlige Anarchie umschlägt. Da dürfen dann natürlich auch nicht die obligatorischen Bengalos, die von einigen Besuchern gezündet werden, fehlen. Eine Rap-Show zum Niederknien.

Kontrastprogramm im Anschluss auf der Main Stage. Die Beatsteaks feiern ja just ihr 20. Bandjubiläum und in all dem Trubel hat sich Sänger Arnim Teutoburg-Weiß einen Bänderriss zugezogen. Das hindert ihn aber in keiner Weise daran, der grandiose Entertainer zu sein, der er ansonsten auch ist. Der formschöne Gehstock, mit dem er auf die Bühne humpelt, fliegt schon nach kurzer Zeit in die Ecke und Teutoburg-Weiß spaziert Mike-Jagger-like über die Bühne. „Heute nur Singles. Wir spielen nur Hits, alles klar?“, sagt er und versetzt damit die anwesenden Kosmonauten in Freudentaumel. Tatsächlich halten die Berliner ihr Wort und spielen ausnahmslos Kracher aus ihrem Repertoire. Ob „Gentleman Of The Year“ vom aktuellen, selbstbetitelten Album oder den Fan-Liebling „I Don’t Care As Long As You Sing“ vom Erfolgsalbum SMACK SMASH – eine Setlist, gespickt mit Hits. Da verzeiht man Teutoburg-Weiß glatt seinen flachen Humor zum Schluss des Konzertes: Zum Abschied ruft er ins Mikrofon: „Viel Spaß mit dem geheimen Headliner: Den Beatles aus Liverpool!“.



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