Luther Allison 1939-1997

WER IHN JEMALS LIVE AUF der Bühne gesehen hat, der erlebte einen hart arbeitenden Bluesmusiker mit Leidenschaft und schier unglaublicher Energie. Drei, vier Stunden lang pflegte der Gitarrist vor und im Publikum zu spielen. Improvisationen gehörten ebenso zu seinem Repertoire wie Standards von Chuck Berry bis Jimi Hendrix. Geboren in Widener, Arkansas, begründete Luther Allison auf dem Ann Arbor Festival 1969 mit rasenden Gitarrensoli und seelenvoller Stimme seinen landesweiten Ruhm. Seine erste Platte, „Love Me Mama“ (1969), gilt heute als Klassiker. Sorgte Allison als erster Blueser auf dem legendären Motown-Label noch für Furore, ähnelte seine Karriere in den ‚7oern einem stetigen Gleitflug: Allisons handwerklich perfekter Blues verlor in den USA zunehmend an Anziehungskraft. Doch anstatt sich dem Massengeschmack zu beugen, zog es den rastlosen Musiker ins französische Exil. Von Paris aus unternahm Allison endlose Tourneen, die er immer wieder für Plattenaufnahmen unterbrach. Doch erst mit dem 1995 entstandenen Album „Blue Streak“ und seiner letzten Produktion, „Reckless“, gelang ihm in Amerika ein ebenso unerwartetes wie verdientes Comeback. Luther Allison starb am 12. August in Madison, Wisconsin, an Lungenkrebs.

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