Black-Midi-Gitarrist Matt Kwasniewski-Kelvin im Alter von 26 verstorben

Die Todesursache ist nicht bekannt.

Der Gründungsgitarrist der experimentellen Londoner Post-Punk-Band Black Midi ist tot. Das Plattenlabel Rough Trade teilte am Montagmorgen (12. Januar) mit, dass Matt Kwasniewski-Kelvin nach langer psychischer Erkrankung verstorben ist. Er wurde 26 Jahre alt.

Konkrete Informationen zur Todesursache liegen nicht vor.

Das Statement von Rough Trade hier lesen:

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Von der BRIT School zur Windmill-Szene

Kwasniewski-Kelvin lernte seine späteren Bandkollegen als Teenager an der BRIT School kennen, einer Schule für darstellende Künste in London. 2017 absolvierten Black Midi ihren ersten Auftritt im Brixton-Club Windmill und entwickelte sich rasch zu einem zentralen Bestandteil der sogenannten Windmill-Szene. Zu dieser gehörten auch Bands wie Squid, Shame, Fat White Family und Black Country, New Road.

Durchbruch mit „bmbmbm“ und internationaler Erfolg

2018 veröffentlichte die Band ihre Debütsingle „bmbmbm“ auf dem Label Speedy Wunderground von Produzent Dan Carey. Der Track zeichnete sich durch seine angespannte wie schroffe und zugleich explosive Klangästhetik aus. Nach einem stark beachteten Auftritt beim SXSW-Festival 2019 unterzeichneten Black Midi einen Vertrag bei Rough Trade. Das Debütalbum „Schlagenheim“ erschien noch im selben Jahr, erhielt zig positive Kritiken und eine Nominierung für den Mercury Prize. Die Band tourte weltweit, bis die Corona-Pandemie die Konzertaktivitäten beendete.

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Pause aus gesundheitlichen Gründen und Bandauflösung

Anfang 2021 gaben Black Midi bekannt, dass Kwasniewski-Kelvin aus Gründen der mentalen Gesundheit eine Auszeit nimmt. Auf dem zweiten Album „Cavalcade“ (2021) war er nicht mehr zu hören, erhielt aber Songwriting-Credits für einzelne Stücke, darunter die Single „John L.“.

Nach einem dritten Album „Hellfire“ (2022) löste sich die Gruppe auf. Sänger Geordie Greep erklärte später im Zusammenhang mit seinem Solodebüt „The New Sound“ (2024), dass die Bandmitglieder am Ende nicht mehr miteinander gesprochen hätten.

Nach seinem Ausstieg bei Black Midi war Kwasniewski-Kelvin 2022 auf einigen Tracks des Albums „Loggerhead“ von Wu-Lu zu hören. 2024 veröffentlichte er auf Bandcamp den Solo-Protestsong „Paedophile Ring [Free Palestine] [End the holocaust] [End the war now]“.

Das musikalische Vermächtnis von Black Midi

Black Midi galten als eine der innovativsten Bands der britischen Post-Punk-Szene der späten 2010er-Jahre. Die Gruppe kombinierte Math-Rock-Rhythmen, atonale Gitarrenklänge und experimentelle Song-Strukturen zu einem charakteristischen Sound, der sich jeglicher einfachen Kategorisierung entzog. Ihre drei Studioalben zeigten eine kontinuierliche stilistische Entwicklung: Während „Schlagenheim“ noch roher und unmittelbarer klang, erweiterten „Cavalcade“ und „Hellfire“ das klangliche Spektrum um progressive Rock-Elemente, Jazz-Einflüsse und komplexe Arrangements.