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Blackout Tuesday
Videopremiere

Indierocksänger Max Richard Leßmann hat die 20er Jahre für sich entdeckt

Wer an die Band Vierkanttretlager denkt, wird nicht zuerst an Swing, Chanson und ähnlich Schöngeistiges denken. Vierkanttretlager aus Husum – nicht von ungefähr auch die Heimat von Turbostaat – spielen auf bisher zwei Alben Indierock der pessimistischeren Schule und live im Vorprogramm von Casper, Kraftklub und anderen. Die Texte von Sänger Max Richard Leßmann klingen so verbittert wie die eines alten Mannes („Wir müssen nicht mehr Schlange stehen, weil wir die letzten sind“) Verbittert schön auch, ja, aber dem 25-jährigen Leßmann war das auf Dauer offenbar zu wenig: Als Solokünstler bringt er unter seinem eigenen Namen bald ein Debüt auf den Markt, das mit seiner musikalischen Vergangenheit herzlich wenig gemein hat. Dafür umso mehr mit der musikalischen Vergangenheit seines Geburtslandes.

Glaubt man der Beschreibung seines Labels, so präsentiert LIEBE IN ZEITEN DER FOLLOWER, so der schöne Name seines mit Sebastian und Johannes Madsen geschriebenen und am 21. Juli erscheinenden Albums, „eine Spielart von Pop unter Einbeziehung von Elementen aus Swing, Chanson sowie der jüdisch geprägten Populärkultur der Weimarer Republik mit einer Internationale an Liedern, die auf Comedian Harmonists und Kurt Weill ebenso verweist wie auf Dean Martin, Scott Walker, Burt Bacharach, Adriano Celentano, die Beach Boys oder Jacques Brel und Gilbert Bécaud“. Wem das nun zu verkopft klingt, der glaube lieber Leßmann selbst, der uns erklärt, er singe schlichtweg romantische Stimmungslieder und Gassenhauer. Wie es dazu kam? „Ich habe mir das nicht ausgedacht, es kam über mich, über uns“, sagt Leßmann. „Ich habe Lieder über Liebe geschrieben und Sebastian hat dazu gepfiffen und plötzlich machte alles Sinn. Also natürlich nicht alles. Das wäre aber auch schlimm.“

Als Beweis höre man sich entweder Max Richard Leßmanns Anfang 2017 erschienene romantische Single „Spuren auf dem Mond“ an – oder seinen neuen Song „Ich wünschte“, der hier und jetzt bei uns Premiere feiert, mit fröhlichem Geflöte und dem wahnwitzigsten Konjunktiv seit Erfindung der deutschen Grammatik: „Ich wünschte, dass ich niemanden mehr kennte (…)“. Und denkt bitte nicht an Max Raabe!



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