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Highlight: Musiker erzählen von den Abenteuern, die sie erlebt haben als die Berliner Mauer fiel

ME 12/19

Mit Bowie-Special, Sudan Archives, Voodoo Jürgens, Falco, Beck und Rechts-Rap: Der neue Musikexpress – jetzt am Kiosk!

Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

HAUFEN (WATCHING THE DETECTIVES)

Letztens wieder mal am Kanzleramt gewesen, um dessen postmoderne Fassade zu betanzen und auf dem Nachhauseweg auch gleich noch dem schon fast in seiner vollen fantasielosen Gestrigkeit erstrahlenden Wiedergänger des Berliner Stadtschlosses einen kleinen Boogie abgerungen. Denn Sie wissen ja: Wer über Musik schreiben will, sollte schon auch a bisserl zur Architektur schwofen können. Zum Glück steht in der tollen Hauptstadt da noch genug Grooviges herum, zwischen all den schießschartenbefensterten Neuzweckklötzen. Doch manchmal müssen wir hirn- und hüftelastischen ME-RedakteurInnen uns nicht nur Wortschätze und gut getarnte Hülsen zur Musik als solches abringen, sondern auch ihre Begleitumstände sehr genau unter die Lupe nehmen.

Vorliegende Ausgabe zum Beispiel konnte erst fertiggestellt werden, nachdem die Kollegen Kölsch und Rehm Rozanes ausdiskutiert hatten, um welches Material es sich handelt, welches auf der Konzertbühne der wiederum wunderbar fantasiereichen Künstlerin Jenny Hval einen sogenannten Haufen bildete. War es nicht doch vielleicht Sand, wie Rehm Rozanes nach peinlicher Netz-Recherche einwendete? Oder Zucker, wie Kölsch zu untermauern versuchte? „Probiert haben wir es nicht, leider!“, lautete Kölschs Geständnis. Aber genügen die Zuckerwürfel, die auf seinem Beweisfoto jenen Haufen offenkundig einkreisen, nicht trotzdem für entsprechende Rückschlüsse? Wir meinen ja, und hoffen auf Ihr Verständnis: Wir können nicht auch noch an all dem, worüber wir in diesem Magazin berichten, lecken.

Der Musikexpress 12/2019 – die Themen im Überblick:

Rest in Pop – Bowie Forever

Elvis Presley starb vor vier Jahrzehnten, aber allein im vergangenen Jahr wurden noch rund eine Million Alben mit der Musik des King of Rock’n’Roll verkauft. Das Geschäft mit den verblichenen Pop-Ikonen ist eines auf Gegenseitigkeit, es füllt die Konten der Musikindustrie und befriedigt Fan-Sehnsüchte. Seit dem Trauerjahr 2016 und dem Ableben von David Bowie, Prince und Leonard Cohen müssen wir uns an eine Tatsache gewöhnen: Das Sterben dockt an die Popkultur an. Stephan Rehm Rozanes beleuchtet das Phänomen Bowie. In den knapp vier Jahren seit seinem Tod wurden über 50 „neue“ Platten mit seiner Musik veröffentlicht. André Boße schreibt über Trauerarbeit und posthume Veröffentlichungen und erklärt, was das eine mit dem anderen zu tun hat.



Zum Tod von Gabi Delgado: Er und die Wirklichkeit – ein Nachruf
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