Diese 3 neuen Kategorien sollten bei den Oscars eingeführt werden

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences tut sich seit langer Zeit schwer mit Veränderungen bei ihrer Oscar-Verleihung. Zuletzt, im Sommer 2018, wagte man einen Vorstoß. „Herausragende Leistung im Bereich populärer Film“ sollte mit einem neuen Award ausgezeichnet werden.

Der Shitstorm kam prompt: Sind die Filme in den anderen Kategorien dann automatisch nicht populär? Will die Academy auf Biegen und Brechen einen Marvel-Film auszeichnen, um damit die treuen Fans der Superhelden zum Einschalten zu bewegen?

Die Academy stampfte die Kategorie wieder ein, wagte im Februar 2019 aber einen weiteren Vorstoß. Vier Kategorien, darunter „Beste Kamera“ und „Bester Schnitt“ sollten zwar weiterhin verliehen werden, aber nicht mehr bei der Live-Übertragung gezeigt werden. Die Awards sollten in den Werbepausen, wovon es ja bekanntlich etliche gibt, verliehen werden und dann im Zusammenschnitt gezeigt werden. Nach heftiger Kritik diverser Fachverbände und Gewerkschaften wurde auch dieser Plan wieder verworfen.

Kooperation

Klar: Die Academy denkt darüber nach, die Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt durch Experimente mit den Kategorien attraktiver zu machen. Doch die bisherigen Ideen waren nicht besonders ausgereift, weshalb wir drei Alternativen einbringen möchten. Denn die folgenden noch nicht vorhandenen Kategorien könnten die Oscar-Verleihung auf kurze und lange Sicht spannender und abwechslungsreicher machen.

„Best Casting“

Quentin Tarantino mit Cast und Crew von „The Hateful Eight“

Manche Filme begeistern nicht durch einzelne Darsteller und Darstellerinnen, sondern durch die Ensemble-Leistung. Siehe „Spotlight“, „The Hateful Eight“ und zum Beispiel „Magnolia“, bei denen keine einzelne Schauspielleistung herausragte, sondern der gesamte Cast im Zusammenspiel ein beeindruckendes Schauspiel ablieferte. Ein Ensemble-Oscar passt aber nicht zu den Oscars, weil plötzlich zu viele Schauspieler Oscars im Schrank hätten. Auszeichnen könnte die Academy aber die Person, die sich um das Casting gekümmert hat. Oft gibt es dafür extra Casting Directors, manchmal übernimmt aber der Regisseur oder eben ein Produzent die Zusammenstellung des Ensembles. Einige in der Vergangenheit übergangenen darstellerischen Leistungen hätten durch „Best Casting“ belohnt werden können.

„Best Stunts“

Tom Cruise in „Mission: Impossible – Fallout“

Die Würdigung von Stunt-Leuten bei den Oscars ist seit einer gefühlten Ewigkeit überfällig. In der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ werden immerhin auch Effekte aus dem Computer ausgezeichnet, da darf ein Preis für die Leute, die sich für unser Entertainment die Knochen brechen, nicht fehlen. Als Beispiel aus dem Jahr 2018 darf da gern „Mission: Impossible – Fallout“ herhalten. Nicht nur machte da Tom Cruise die irrsten Dinge und sprang sogar aus 7000 Metern aus einem Flugzeug. Die gesamte Crew stellte wahnwitzige Szenen auf die Beine, die mehr begeisterten als jeder Special Effect aus dem Computer. Die Arbeit dieser Leute sollte gewürdigt werden, zumal die Academy dadurch auch ihren Plan umsetzen könnte, einige Blockbuster in die Verleihung der Oscars einzubinden.

„Best Directorial Debut“

Unverbrauchte Filmemacher braucht die Industrie. Bei den Oscars sieht man allerdings oft die gleichen Regisseure nominiert, was einerseits an deren Können, aber auch eben an deren Lobby liegt. Mit der Kategorie für das beste Regie-Debüt würden jedes Jahr neue Regisseure im Rampenlicht stehen und selbst ohne Trophäe davon profitieren: Eine Nominierung bei den Oscars würde helfen, den zweiten Film leichter auf die Beine zu stellen. Betrachtet man den jetzigen Jahrgang bei „Beste Regie“, sieht man außerdem, dass zum Beispiel Spike Lee nominiert wurde, weil er ein verdienter Mann in Hollywood ist, der bisher aber nie einen Oscar bekam. Deshalb darf er jetzt für „Blackkklansman“, einen seiner mittelmäßigsten Filme, auf einen Regie-Oscar hoffen. Die Regie-Kategorie ist oftmals von Hollywood-Politik durchzogen, die wirklich besten Arbeiten auf dem Regiestuhl werden vermisst. Ein Beispiel für einen passenden Sieger in der Kategorie „Bestes Regie-Debüt“ 2019: Ari Aster, der mit seinem smarten Horrorfilm „Hereditary“ weltweit überzeugen konnte.

Die Oscar-Verleihung 2019 findet am Wochenende in der Nacht zum 25. Februar statt. Die bevorstehende Gala sowie die Nominierten werden aktuell auch in „Die Streifenpolizei“, dem gemeinsamen Podcast von Musikexpress und Rolling Stone, diskutiert. Hier findet Ihr alle Infos zum Podcast. 

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